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Läufers Weisheiten

Bewegung ist die Grundlage des Lebens - laufe!

Blog Training

Ich habe lange überlegt, ob ich etwas dazu schreiben soll oder nicht, habe hin und her überlegt und mich nun schlussendlich doch dazu entschieden es zu tun.

Warum? Hm, weil viele viele von euch wissen wollten und noch immer wissen wollen, wie es mir so geht, was ich mache, was ich überhaupt habe und wie es weiter geht. Ich denke das ich ganz einfach diesen Menschen, welchen ich ja auch über meine "gute Zeiten" berichte, genau dies schuldig bin. Gute Zeiten, schlechte Zeiten, wie Wahr!

Allerdings ist dieses Tagebuch nur eine kurze Abhandlung dessen, was war. Ob ich mit dem nun hier beschriebenen von euch immer richtig verstanden werde weiß ich nicht. Ich hoffe aber, dass es euch trotzdem einigermaßen möglich ist, dies alles nachzuvvollziehen.

An dieser Stelle auch nochmals mein herzlichster Dank an alle diejenigen, die stets besorgt um mich waren, mir mit unzähgligen Mails, PNs, Karten, Briefen und Telefonaten zur Seite gestanden und mir damit geholfen haben.


Von 160 auf 0 - Mein Tagebuch

22.10.2011

Ich bin unterwegs auf dem Hanse 100, die erste Nacht neigt sich dem Ende zu und ich merke, das mit meiner Leiste etwas nicht stimmt. Auch die Adduktoren am rechten Bein fühlt sich nicht wirklich gut an. Mir wird klar, dass dies hier ein ganz hartes Ding wird...

23.10.2011

Kurz vor 2 Uhr nachts erreiche ich Lilienthal und damit das Ziel. Wahnsinn, ich habe es doch noch geschafft, allerdings schmerzt die Leistengegend doch sehr. Doch noch mehr schmerzen mittlerweile meine Fuße, da sie von den Kompressionsstrümpfen wie in einer Fruchtpresse viel zu fest zusammengequetscht wurden. NIE wieder solche Strümpfe über eine solche Distanz! Bis Km 100 ging es ja noch, aber ab da wurde es nahezu unerträglich. Gut die Erfahrung jetzt und nicht bei der TTdR gemacht zu haben!

24.10.2011

Da die Leiste noch immer leicht zieht und die Adduktoren am rechten Bein ebenfalls zicken entschließe ich mich dazu, das Laufpensum zurückzufahren und mich zu schonen.

25.10.2011

Ich laufe gemütliche 10 Km, doch die Beschwerden bleiben.

26.10.2011

Mir fällt auf, dass ich, wenn ich bei uns in der Gegend laufe, ständig Schleim im Hals bilde und dieser andauernd abgehustet und geräuspert werden muss. Zwischen Hamburg und Bremen, aber auch in Sachsen und Thüringen war das nicht so. Um eine weitere Allergie (die gegen Frühblüher ist mir schon bekannt) ausschließen zu können mache ich einen Termin beim Doc. Irgendwo muss das ja her kommen....und meine bisherigen Beobachtungen hierzu (Allergie auf Nüsse, Obst, Kreuzallergien auf die Frühblüher und sonstiges) führten bis Dato zu keinem Ergebnis.

27.10.2011

Nach einem weiteren Tag Laufpause heute wieder ein gemütlicher 10er. Die Adduktoren fühlen sich besser an, aber irgendwie will mir die Leiste einfach nicht gefallen.

28.10.2011

Scheinbar gesellt sich jetzt noch eine Erkältung dazu, na wunderbar, ausgerechnet vor dem Röntgenlauf, auf den ich mich doch so sehr gefreut habe, denn den möchte ich unbedingt zusammen mit meinem Schatz laufen. Ich laufe ganz langsame 18 Km, die mir recht gut bekommen. Nur die Leistengegend...

29.10.2011

Ganz lockere 5 Km mit meinem Schatz, fühlt sich recht gut an.

30.10.2011

Der Röntgenlauf. Die Erkältung ist noch da und ich sage Meli schon einmal, dass es sein kann, dass sie keine Rücksicht auf mich nehmen soll und ihr Ding laufen soll, sprich, es sein kann, dass ich ihr Tempo nicht mehr halten kann. Bei Km 30 habe ich auch einen kleinen Einbruch, die Erkältung schwächt doch enorm, was mein hoher Puls auch eindrucksvoll bestätigt - und vom Hanse 100 nur 7 Tage zuvor rede ich erst gar nicht, denn auch den merke ich noch. Aber ich fange mich wieder und ziehe jetzt mein Schatz Richtung Ziel - Dreamteam eben. Allerdings macht mir mein rechtes Bein mehr und mehr zu schaffen, und auch die Bauchmuskelansätze im Schambeinbereich schmerzen ohne Ende beim Husten, was ist das denn bitte jetzt? Als ich im Ziel bin und husten muss zucke ich nach vorne zusammen, der gesamte Schambein- und Leistenbereich schmerzt. Ich kann mir nicht erklären, wo das her kommen soll und beschließe mehrere Tage Laufpause zu machen.

02.11.2011

Es fühlt sich eigentlich alles wieder ganz gut an, also laufe ich mal ein 15er Ründchen. Allerdings habe ich nach bereits recht kurzer Zeit den Eindruck, als wenn eine Nadel in einer Ader im rechten hinteren Oberschenkel wäre, ein ganz seltsames Gefühl, welches ich noch niemals zuvor hatte. Komisch...

03.11.2011

Ich versuche einen flotten Dauerlauf über 18 Km, muss aber bereits nach 8 Km deutlich an Tempo heraus nehmen. Es kommt mir so vor, als könnte ich das rechte Bein nicht richtig nachziehen, als sei es blockiert. Auch die Leiste fühlt sich nach wie vor seltsam an und das "Nadelgefühl" habe ich ebenfalls noch. Zusätzlich gesellt sich jetzt kurz bevor ich wieder zuhause bin ein seltsames Gefühl im rechten Gesäß mit dazu, ein Gefühl als hätte ich Muskelkater, das Ganze wird mir immer suspekter...

04.11.2011

Heute ist der Allergietest. Der Doc hat außer dem, was mir bereits bekannt ist, nichts feststellen können. Eventuell ergibt sich noch etwas aus der Blutuntersuchung. Irgendwie Mist, hört sich zwar blöde an, mir wäre es aber lieber gewesen etwas "zu haben", dann wüsste ich wenigstens was los ist. Aber so....Er meinte ein Verschleimen könnte viele Gründe haben: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Feinstaub...also beobachte ich weiter.

06.11.2011

Nachdem ich 2 Tage erneut gar nichts gemacht habe entschließe ich mich nun doch dazu, in Bottrop die 50 Km zu laufen. Meli ist mit dem Damenkomitee des Karnevalvereines in Köln und macht sich dort ein schönes Wochenende, Recht hat sie!
Ich laufe mit Birger und Norbert zusammen und die ersten 20 km geht es auch ganz gut. Doch dann fangen wieder die Beschwerden an: Bauchmuskelansätze, Leiste, Nadelgefühl, gehemmtes rechtes Bein in der Vorwärtsbewegung, Muskelkatergefühl im rechten Gesäß usw.
Nach 33 Km lasse ich Norbert und Birger ziehen, es ist mir nicht mehr möglich deren Tempo von etwa 5:15 zu folgen - eigentlich eine Pace, die ich morgens nach dem Aufstehen laufen kann. Was ist nur los?
Nach fast 4:50 Stunden quäle ich mich ins Ziel, vernünftiges Laufen ist kaum noch möglich und ich beschließe eine ganze Woche Schonpause einzulegen.

08.11.2011

Das Blutergebniss zum Allergietest ist da: Negativ, nur das alt Bekannte....
Was die Laufbeschwerden angeht so fühle ich mich heute wieder etwas besser als noch beim Röntgenlauf. Aber Schmerzfrei ist etwas anderes...

11.11.2011

Vor dem 6 Stundenlauf in Troisdorf, den ich gemeinsam mit Meli laufen will, absolviere ich heute noch einmal ein 8 Km Testlauf um zu sehen, wie es ist. Nahezu beschwerdefrei, na also, geht doch, hat das Schonen wohl doch etwas gebracht! Und mit Melis Tempo, welches ja deutlich langsamer ist als das Anfangstempo eine Woche zuvor in Bottrop, sollte das morgen schon gehen. Also, ab nach Troisdorf!

12.11.2011

Ich stehe mit meinem Schatz und einem Haufen anderer lieb gewonnenen Laufbekanntschaften am Start, aber irgendwie habe ich ein ganz mieses Gefühl, keine Ahnung warum. Egal, in Melis Tempo wird das schon klappen, ist ja Schongang für mich und etwas Unterstützung für ihre anvisierte neue PB kann sie gut gebrauchen. Die erste Stunde läuft gut, aber dann wird es, warum auch immer, von Kilometer zu Kilometer schlechter. Hüfte, Leiste, Gesäß, Nadelgefühl, Adduktoren, Bauchmuskelansätze, ja das gesamte Schambein...ich könnte heulen. Nach 20 Km beschließe ich dem Ganzen eine Ende zu setzen und steige ganz schweren Herzens aus. Es hat einfach keinen Sinn mehr, laufen kann man das, was ich da mache nicht mehr nennen, eher herum humpeln, und in 3 Wochen sind Marcos Hagen Hills, bei denen ich unbedingt mit dabei sein will. Nur nichts riskieren .....ich gehe duschen.
Meli läuft, nach einem kurzen Durchhänger nach etwa 32 Km, absolut fantastisch und erreicht eine neue PB mit über 4 Km mehr als im Vorjahr, ich freue mich sehr für sie. Als ich mit einer Jacke und einer Decke für sie nach dem Schlusssignal an ihren Endpunkt laufen will geht das nicht, ich bekomme das rechte Bein einfach nicht nach vorne, selbst langsames gehen schmerzt...mir treibt es das erste Mal die Tränen in die Augen und mir wird schlagartig klar - hier ist etwas größeres im Argen. Ich entschließe mich vernünftigerweise 14 Tage komplette Sportpause zu machen, einfach mal dem Körper Ruhe und Erholung zu gönnen, kein Laufen, kein Radeln, kein Krafttraining, einfach mal nichts, absolut nichts...Ich hoffe dadurch so beschwerdefrei zu werden, dass ich wenigstens am Hagen Hills teilnehmen kann, Marcos Einladungslauf, auf den ich mich schon seit Monbaten freue!

14.11.2011

Ich fange an darüber nachzudenken, ob das Ganze vielleicht nicht etwas mit dem Leistenbruch Anfang diesen Jahres zu tun hat. Vielleicht ist ein Netz gerissen, oder es hat sich etwas verschoben? Allerdings sind die Beschwerden diesmal anders als damals, und, es ist nichts zu sehen, kein Hubbel, keine Delle, nichts. Kann also wohl doch nicht von einen erneuten Bruch  kommen - ich verstehe es nicht. Was mir aber mittlerweile aufgefallen ist, das, seitdem es etwas kühler ist, der rechte Hoden, wie bereits vor einem halben Jahr, ständig und bei jedem Schritt nach oben und wieder nach unten rutscht. Im Sommer, als es deutlich wärmer war, war das nicht so. Ob die Beschwerden daher kommen? ALso wenn das Ding 50000 mal hoch und runter rutscht ist das bestimmt nicht so toll - ich raffe es nicht....

So, ich komme gerade vom Hautarzt, der bereits vor 3 Jahren Auffälligkeiten an 2 Pfefferflecken, einem am Rücken und einem an der Brust festgestellt hat. Ergebnis heute: 2 müssen rausgeschnitten und einer beobachtet werden. Meine Entscheidung dazu: Alle auf einmal raus. Ich kann eh nicht laufen, denn kann man das auch gleich noch mit machen! Termin ist der 22.12.2011.

17.11.2011

Ich bin völlig übernächtigt, kann schon seit einigen Tagen nicht mehr richtig durch schlafen, da ich immer dann, wenn ich mich im Bett von einer auf die andere Seite wälze mit tierischen Schmerzen aufwache. Diese bekomme ich immer beim schon leichtesten Aufrichten oder dem leichtesten Anheben des rechten Beines. Ich verstehe es nicht, ich mache absolute Sportpause und es wird eigentlich nur noch schlimmer...

18.11.2011

Mir geht es so richtig beschissen, lachen kann ich irgendwie schon lange nicht mehr, selbst mein Schatz sagt, dass es mit mir kaum noch auszuhalten ist.
Aber wo soll denn bitte die gute Laune auch her kommen? Mir fehlt die Bewegung, die frische Luft, das Licht. Die Knie fangen an zu schmerzen, VOM NIXTUN, die ganze Verdauung spielt verrückt, ich kann Nachts nicht mehr so richtig tief schlafen, alles total verrückt...ich kenne mich selbst nicht mehr wieder. Vor lauter Frust stopfe ich die eine oder andere Tüte Chips und andere Dinge in mich hinein, ist mir irgendwie auch alles schei..egal...
Auch aus dem Internet zmich immer mehr zurück - was soll ich auch berichten?

21.11.2011

Schon seit Wochen mache ich mir Gedanken was ich nur haben könnte, woher die Beschwerden nur kommen könnten, doch mir fällt nichts vernünftiges dazu ein. Überlastung? Hm, eigentlich nicht, schaue ich mir die Laufdaten des letzten viertel Jahres an so sehe ich, das die Intensität, also Höhenmeter und Tempo, deutlich nachgelassen haben, die Umfänge ja sowieso. Wo also kommen die Beschwerden her? Ich gehe zu Jan Drechsler, dem Physio, der auch schon Hauke bei seinem RunningTransGermany so großartig geholfen hat. Er sagt mir, das ich einen ganz leichten Beckenschiefstand habe und mein rechter Adduktorenansatz entzündet ist, was eine sehr langwierige Geschichte sein könnte. Doch warum auch die Bauchmuskelansätze schmerzen und wo dieses seltsame Nadelgefühl im rechten Bein herkommt kann er sich auch nicht erklären. Er zeigt mir verschiedene Übungen, um dem Beckenschiefstand entgegen zu wirken und die Adduktorenentzündung in den Griff zu bekommen. Und er rät mir, ab nächster Woche wieder mit ganz leichtem Laufen zu beginnen, allerdings nur so lange, wie ich das schmerzfrei machen kann. In mir keimt neue Hoffnung auf...

23.11.2011

Noch immer wache ich ständig auf, nichts wird besser, absolut gar nichts. Ich frage mich, ob die selbst auferlegte Schonung nicht doch vielleicht kontraproduktiv ist...Ich träume von einer endlich mal wieder durchgeschlafenen Nacht!

26.11.2011

Mein Geburtstag. Bereits morgens in der Frühe schnüre ich die Schuhe, um ein ganz langsames und ganz kurzes Läufchen, wie vom Physio empfohlen,  zu wagen, nach 14 abstinenten Tagen sollte das doch eigentlich gehen, zumal ich seit 5 Tagen ständig Jans empfohlene Übungen mache. Das muss doch Früchte tragen....
Schmerzen von Anfang an, die sich ständig verschlimmern sorgen dafür, dass ich den "Geburtstagslauf" nach ganz kurzer Zeit abbrechen muss. Ich breche in Tränen aus, verstehe die Welt nicht mehr und mir wird klar, dass ich das, was auch immer ich mir zugezogen habe, alleine nicht in den Griff bekomme. Ich habe es selbst nicht mehr in der Hand, an meinem jetzigen Zustand selbst etwas zu ändern - weder durch Schonung - noch durch leichtes Training, weder durch leichtes Krafttraining, noch durch Gymnastik oder Dehnen, und mein Physio kann mir hier wohl auch nicht mehr richtig weiter helfen. Nicht weil er nicht gut wäre oder von dem Ganzen keine Ahnung hätte, sondern weil außer dem von ihm gesagten noch etwas anderes sein muss....Nur was? Egal was ich mir überlege, egal welche Denkansätze mir durch den Kopf gehen, das alles ergibt für mich keinen Sinn. Selbst im Internet, das ich schon seit geraumer Zeit nach passenden Infos durchforste,  finde ich nichts, was zu dem, was da bei mir wohl im Argen ist, passen würde...
Und noch etwas wird mir ganz bewusst - die Hagen Hills, das Event, auf das ich mich so sehr gefreut hatte, kann ich ganz sicher vergessen. Schon das Gehen schmerzt, Hüfte, Leiste, Gesäß, Schambein, einfach alles! Und durchschlafen geht noch immer nicht...
Nullpunkt, ich bin auf dem absoluten körperlichen, geistigen und seelischen Nullpunkt angelangt, anders kann ich die Ohnmacht, die ich in mir empfinde, nicht nennen. Sterben auf Raten wäre eine andere treffende Umschreibung dafür. Ich fühle mich hilflos, wie ein einsames Floß auf dem großen Ozean ganz ohne Motor und Steuerruder, der Ungewissheit ausgeliefert...
Ich bin vom Sternzeichen her Schütze, bin es gewohnt, die Dinge in der Hand zu haben, sie zu planen, zu steuern, zu verstehen, zu begreifen und zu kontrollieren. Ich liebe die Freiheit, habe Schwierigkeiten damit etwas geliebtes nicht mehr machen zu dürfen, hasse es eingeengt und in meiner Handlungsfreiheit beschränkt zu sein und muss ausgerechnet an meinem Geburtstag zum zweiten Mal in meinem Leben erfahren wie sich genau das anfühlt (das erste Mal durfte ich das bei meinem Spontanpneumothorax vor 14 Jahren erleben).
Mir geht es so richtig scheisse, noch vor 4 Wochen lief ich 160 Km, EINHUNDERTUNDSECHZIG Kilometer, und jetzt? Selbst gehen ist fast unmöglich...
Ohnmacht, diese verdammte Ohnmacht und Hilflosigkeit...

Ich entschließe mich dazu mit Meli nach Mainz zum Shoppen zu fahren und sämtliche Handys zuhause zu lassen. Mir ist nicht nach Gratulationen o.ä. zu Mute, und nach Gequatsche auch nicht. Was soll ich auch erzählen, dass es mir beschissen geht? Ich brauche 3 Stunden um einigermaßen ein Lächeln ins Gesicht zu bekommen. Gut, das wir erst sehr spät nach Hause kommen...

27.11.2011

Eines steht fest, so geht es nicht mehr weiter. Es muss etwas passieren, alleine komme ich nicht mehr weiter. Nur wo setze ich an, zu wem gehe ich um mich nach was untersuchen zu lassen? Schwere Frage...
In Facebook unterrichte ich Marco darüber, nicht beim Hagen Hills laufen zu können, aber wohl als Supporter zur Verfügung zu stehen, so wahnsinnig schwer es mir auch fällt, es geht einfach nicht anders...
Apropos Facebook und überhaupt das Internet und die Homepage, ich merke, wie ich mich immer mehr und mehr zurückziehe, immer weniger schreibe...warum weiß ich nicht genau. Gut, 70 % liegt es am Stress auf der Arbeit, aber der Rest? Was soll ich aber auch berichten, ich würde den Lesern nur auf die Nerven gehen.
Aber eines stelle ich auch fest, Von unglaublich vielen bekomme ich Trost auf den unterschiedlichsten Wegen zugesprochen...das freut mich dann doch und tut unglaublich gut.
Ich entschließe mich dazu, Dr. Höferlin anzurufen um einen Untersuchungstermin für die Leiste zu bekommen. Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr glaube ich, dass hier irgendwo der Hund begraben sein muss. Die Beschwerden sind zwar anders als im Januar diesen Jahres, aber trotzdem - was soll es denn sonst noch sein?

28.11.2011

Habe Dr. Höferlin angerufen und ihm alles geschildert. Er hat mir für morgen 12 Uhr einen Termin zur Nachuntersuchung gegeben. Ich bin ja mal sehr gespannt...

29.11.2011

Alle Befürchtungen haben sich bewahrheitet, ich habe einen erneuten Leistenbruch, rechts, nach innen, das Ultraschall zeigt es ganz deutlich. Der Doc konnte es selbst nicht fassen, aber es ist so, leider...oder zum Glück? Denn jetzt weiß ich wohl endlich, woran ich bin und woher das alles kommt.
Einen Operationstermin habe ich auch gleich bekommen, kommenden Freitag, einen Tag vor den Hagen Hills. Damit ist klar, weder als Läufer, noch als Supporter werde ich mit dabei sein, ich könnte heulen.
Aber gut, wenigstens habe ich einen schnellen Termin bekommen. Sieht alles gut aus? Nicht ganz, denn diesmal kann nicht endoskopisch operiert. Nein, diesmal muss geschnitten werden. Außerdem wird der Muskel des rechten Hodens durchtrennt, damit der in Zukunft eben nicht mehr bei jedem Schritt ständig nach oben und nach unten rutscht. Und das alles geht mit üblen Schmerzen und einer viel längeren Laufpause einher. Wenn dann aber wenigstens wieder alles gut wird....
Das war aber noch nicht alles für heute, denn jetzt geht es noch zum Zahnarzt. Aber was ein Glück, der ist mit allem zufrieden und entlasst mich mit einem Checktermin für kommenden Mai. Als ich da draußen bin rufe ich Marco an und teile ihm mit, überhaupt nicht nach Hagen kommen zu können, Freudensprünge sehen anders aus - ganz anders!
Meli ist auch begeistert als ich ihr das erzähle, möchte auch nicht mehr nach Hagen fahren, so ein Quatsch. Ich wäre ihr auch nicht böse wenn sie fahren würde, was sollte sie auch bei mir, sich das sicherlich ständige Gejammer anhören?

30.11.2011

Mein Frustfressen macht sich bemerkbar, und die Bewegungslosigkeit schon lange, habe mich mal auf die Waage gestellt, +2 Kg, na klasse! Ab heute ist Schluss mit Chips und Co! Ab jetzt wird auf die Figur geachtet...Man nimmt man ohne das Laufen schnell zu...Gut, der letzte ernstzunehmende Lauf war ja auch eigentlich...der 50er in Bottrop, seither waren es deren nur noch 3, einer über 8, einer über 20 und zwei Wochen später der Geburtstagslauf über, na vergessen wir's einfach. Bottrop also war der letzte, und das ist schon sage und schreibe mehr als 3 Wochen her...

01.12.2011

Ich weiß nicht, ob das wirklich alles "nur" mit dem erneuten Leistenbruch zusammen hängt, denn obwohl ich absolut nichts mehr mache nehmen die Schmerzen ständig zu, ich kann wirklich noch nicht einmal mehr ohne Schmerzen gehen...ach ich werde es sehen was und wie es wird...

02.12.2011

Der Tag der Op ist da. Ich verabschiede mich von meinem Schatz, der mich Abends besuchen und Tags drauf nicht zum Hagen Hills fahren will. So ein Quatsch, sowohl das eine, als auch das andere! Klar fährt sie nach Hagen, da hat sie sich genau wie ich seit Monaten darauf gefreut, und was soll sie auch zuhause? Leiden kann ich auch alleine und wirklich helfen kann sie mir da nicht. Also, ab nach Hagen, basta! Und mich besuchen? Ebenso Blödsinn, denn sie arbeitet Freitags recht lange, müsste im Berufsverkehr nach Mainz fahren  um mich dann vielleicht schlafend ein paar Minuten zu sehen? Nee, ich rufe sie an! So wird´s gemacht!
Um Punkt 9 bin ich wie geplant in der Mainzer Tagesklinik. Es dauert nicht lange, und schwupps bin ich auf dem Zweibettzimmer, das ich bis morgen beziehen darf. Jetzt noch schnell die sexy Op-Klamotten an und schon werde ich abgeholt. Jetzt geht alles ganz schnell, ab auf den Op-Tisch und wenig später bin ich im Reich der Träume...
Als ich aufwache merke ich gleich, diesmal ist es anders, ich habe sofort Schmerzen, und das obwohl noch die Betäubung wirkt. Oha denke ich mir, na das kann ja was werden...
Wenig später kommt der Doc vorbei und erklärt mir genau was er wie gemacht hat. Und vor allem, dass alles geklappt hat und dieser Bruch mit dem ersten absolut nichts zu tun hat, auch nicht mit der Tatsache, dass ich in diesem Jahr seit der letzten Op schon wieder so viel gelaufen bin.
Nach einer Stunde im Aufwachraum werde ich auf das Zimmer gebracht. Das Pflegepersonal bietet mir eine Schmerztablette an, die ich erst einmal ablehne. Man ist ja hart im nehmen...Ich rufe Meli an um ihr mitzuteilen wie es mir geht. Sie will mich unbedingt besuchen kommen, so ein Quatsch, erstens ist es schon nach 16 Uhr, zweitens bin ich todmüde und schlafe sowieso bestimmt gleich ein, drittens muss sie den Hagen Hills vorbereiten, sprich ihre Sachen packen und außerdem hasst sie das Autofahren im Feierabendverkehr. Ich komme ja morgen früh schon wieder heim!
Ich schlafe kurz ein, und als ich aufwache bin ich nicht mehr alleine, Roland, ein frisch gebackener Rentner liegt neben mir und wurde ebenfalls an der Leiste operiert, allerdings endoskopisch. Wir kommen ins Gespräch und quatschen bis wir gegen 23 Uhr endlich einschlafen, ein sehr angenehmer und netter Mensch dieser Roland!
Ach ja, zwischenzeitlich gab es noch was zum Essen und zum Trinken, boah hatte Hunger und war ich durstig, hatte ich doch die letzte Lebensmittelaufnahme gestern Abend, also vor mehr als 24 Stunden...


03.12.2012

Gegen 7 Uhr geht die Türe auf und die Pflegerin steht mit dem Frühstück in unserer Türe, erkundigt sich nach unserem Wohl und macht die Morgenuntersuchung. Geschlafen, Wohlbefinden, ich? Obwohl ich sowieso schon mehr als übermüdet bin von den Wochen zuvor habe ich kein Auge zu bekommen, boah hatte ich Schmerzen, Hammer! Als ich sie angeboten bekomme nehme ich sofort dankend an, die Schmerztablette. 
Wenig später kommt der Doc vorbei und schaut nach dem Rechten. Er ist mit der Wunde zufrieden und sagt mir, dass die Schmerzen normal seien und ich diese noch einige Zeit haben werde. "Das ist eben der Unterschied zu einer Endoskopie" sagt er. Das habe ich gemerkt...
In 2 Wochen, so sagt er, wäre ich wieder voll belastbar - so so, denke ich. Nee, mir ist sofort bewusst das es besser ist, diese von ihm empfohlene Zeit zu verdoppeln. Was er und ich unter "voll belastbar" verstehen ist wohl nicht das gleiche. Und eine Woche soll ich gar nichts machen, mich komplett schonen und viel liegen, klar, dass ich erst einmal krank geschrieben bin. In der zweiten Woche dann spazieren gehen. Nachuntersuchungstermin: 08.12.2011
Als er geht rufe ich meinen Schatz an, um eine Abholzeit und ein Treffpunkt auszumachen. Mein Schatz ist erleichtert mich zu hören...
Jeder Schritt schmerzt, echt der Wahnsinn, und so quäle ich mich zum vereinbarten Treffpunkt und bin froh, als Meli in Sichtweite ist...
Endlich zuhause, endlich bei meinem Schatz!! Sie sagt mir das Martin gegen 12 Uhr vorbei kommen wolle, um sie für die Hagen Hills abzuholen.
Ich koche noch schnell Hähnchenbrustgeschnetzeltes, auch wenn Meli schimpft wie verrückt, alleine um mich damit etwas abzulenken, denn in meinem Innersten bin ich tierisch traurig darüber, nicht mit nach Hagen fahren zu können, um dort all die lieben Laufbekannten zu treffen und mit ihnen gemeinsam einen wunderschönen Jahresabschluss zu laufen.
Es klingelt, Martin ist da! Ich decke schnell noch den Tisch (Meli schimpft immer mehr) und serviere das Essen....ich tue alles, um mich abzulenken, nicht an Hagen zu denken....und dann ist der Abschied, Meli und Martin fahren los. Ich schicke Abermillionen Grüße an all die anderen nach Hagen und wünsche ihnen viel Spaß.
Als sich die Haustüre schließt sinkt mein Kopf ganz langsam übertraurig und nachdenklich zu Boden.
Mir schießen tausend Gedanken durch den Kopf und die Schmerzen sind der absolute Hammer, da helfen selbst 1200 mg Ibu nicht wirklich.  Ich wälze mich von links nach rechts, weiß nicht in welcher Lage das alles erträglicher ist...und mir gehen weiter unzählige Gedanken durch den Kopf. Aber eines bin ich mir ganz sicher:

"Egal welche Prüfungen und Hindernisse deinen Weg des Lebens pflastern, wenn du Menschen an deiner Seite hast, die dich lieben, wenn du Freunde hast, wahre Freunde, die wirklich an dich glauben, ist jeder Schmerz zu ertragen, jede Entbehrung auszuhalten und fast alles möglich.

Ich möchte mich einfach mal bei meiner lieben lieben Frau Melanie dafür danken, immer bedingungslos an meiner Seite zu stehen und mir immer und immer wieder so unglaublich viel Verständnis und Wärme entgegen zu bringen. Schatz, ich liebe dich!!

Und all meinen leibgewonnenen FREUNDEN möchte ich dafür bedanken, den Glauben am mich nie verloren zu haben und mir immer und immer wieder neuen Mut zuzusprechen, ihr seit großartig und ich bin unglaublich stolz und dankbar, solche Menschen zu kennen.

Das tut verdammt gut!

DANKE!

Und wenn mich jemand fragt was das Glück des Lebens ist so sage ich:

Materielle Dinge sind völlig unnütz. Wenn es dir schlecht geht, so richtig schlecht, kannst du dir für dein Geld nichts, aber auch gar nichts kaufen. Auch die reichsten Menschen dieser Welt sterben....trotz des vielen Geldes, weil sie das wahre Glück auf Erden nie gesehen und verstanden haben. Geld ist NICHTS! Hast du aber einen Partner, der dich wirklich liebt, hast du ECHTE Freunde, die zu dir stehen ist das unbezahlbar, mit nichts zu bezahlen, so unglaublich wertvoll und in Worte nicht zu fassen. DAS ist wahres Glück. So bin ich, auch wenn es mir momentan nicht gut geht,doch glücklich, weil es EUCH gibt! DAS IST GLÜCK!"

04.12.2011

Was für eine Nacht, ich habe schon wieder nahezu null geschlafen, jede Bewegung schmerzt und ich überlege mir bei jedem Aufstehen von der Couch mindestens 20 mal,  ob dies auch wirklich notwendig ist und ich bei dieser Gelegenheit nicht gleich noch irgendetwas anderes erledigen könnte. Wahnsinn, nicht zu vergleichen mit der Op im Januar. Jetzt kenne ich den Unterschied zwischen schneiden und endoskopisch!!
Ich schaue auf die Uhr - 7:20 Uhr, gleich ist Start in Hagen und ich muss an meinen Schatz denken, an Marco, Martin und all die anderen und bin unendlich traurig nicht mit dabei sein zu können, ja nicht mal als Supporter.

05.12.2011

Heute ist eigentlich Bühnenbildtermin unseres Karnevalvereines, aber ich kann nicht, Schmerzen ohne Ende, also bleibe ich zuhauise auf der Couch, besser ist das. Momentan schlucke ich morgens und abends je 800 Mg Ibu...

09.12.2011

Ich rufe meine Arbeitskollegen an um ihnen mitzuteilen, dass ich wohl noch eine weitere Woche krank geschrieben sein werde. Die Schmerzen sind fast noch wie am ersten Tag. Sie sagen das dies kein Problem ist - gut, wenn man solche Kollegen hat!
Was mich aber sehr sehr nachdenklich stimmt ist die Tatsache, dass außer den Wundenschmerzen weiterhin noch alle anderen Beschwerden vorhanden sind: Adduktoren, Bauchmuskelansätze usw., das verstehe ich jetzt überhaupt nicht.

11.12.2011

Nee, irgendwas muss außer dem Leistenbruch noch faul sein, denn an den eigentlichen Problemen hat sich nichts geändert, wenngleich wenigstens die Wundschmerzen mittlerweile besser zu werden scheinen. Ich beschließe, mir einen Termin im Gelenkzentrum Mainz zu holen, am besten bei Dr. Meister, der mich erstens kennt und zweitens Sportmediziner ist.

12.12.2011

Ich habe Glück und kann sofort in zu Dr. Meister kommen, hat wohl ein Patient abgesagt. Er gibt mir lange Zeit, alles, was mir so einfällt zu schildern. Um einen Ermüdungsbruch oder sonstige Probleme mit den Knochen imm Beckenbereich ausschließen zu können lässt er ein Rötgenbild erstellen. Außerdem besorgt er mir einen Termin für ein MRT noch am heutigen Tag - klasse! Mit beiden Aufnahmen soll ich dann morgen wieder kommen, gleich morgens um 8 Uhr.
Es wird ein MRT des gesamten Beckenbereiches gemacht, vom ISG bis zum oberen Drittel der Oberschenkel. Hier zeigt sich ganz eindeutig, dass einiges mehr im Argen ist als "nur" der Leistenbruch!
Eindeutig zu erkennen sind Entzündungen amWundbereich rund um die Operationsstelle des Leistenbruches und fast des gesamten Bauchmuskelansatzes. Nichts zu erkennen ist an den Muskeln der Oberschenkel und damit auch des Adduktoren des rechten Beines. Komisch...

13.12.2011

Dr. Meister schaut sich das Röntgenbild an und sagt, das von den Knochen her alles bestens ist! Kein Ermüdungsbruch, keine Abnutzung, alles top! Aber das MRT, das macht ihm Sorgen, besonders, da sämtliche Bauchmuskelansätze entzündet sind.
Entsprechend die Diagnose:
Akute Bauchmuskelentzündung, Wundentzündung rund um die OP-Stelle und akute Adduktorenansatzentzündung rechts.
Weiteres Vorgehen:
Noch eine Woche komplett pausieren, dann, je nach Schmerzen, ganz vorsichtig mit leichtem Ergometertraining beginnen und, wenn möglich, ganz allmählich steigern. Bei Verschlimmernungen jedweder Art Training abbrechen und pausieren.
Krafttraining in diesem Jahr komplett unterlassen, alles was die Bauchmuskeln beansprucht bis mindestens Anfang April unterlassen, sprich, keine Rückenübungen und auch keine Situps usw., klasse! Sofort bekomme ich Bedenken, was meine Bandscheibe angeht...Mist! Jetzt habe ich das doch eben genau durch diese Übungen so gut in den Griff bekommen und bin ich doch nun schon seit fast 3,5 Jahren komplett beschwerdefrei - und jetzt das! Bitte nicht schon wieder...
Und was ist mit laufen? Das ist abhängig davon, wie ich das Ergometer vertrage, frühestens jedoch Anfang 2012!
Und noch etwas, Ibu soll ich auch weiterhin noch nehmen, 2*800mg, mindestens noch 8 Wochen lang, und zwar nicht nur gegen die Schmerzen, sondern auch und vor allem, um gegen die Entzündungen zu wirken.

Klasse, das bedeutet, selbst wenn ich am 01.01.2012 wieder ganz vorsichtig laufen könnte, insgesamt 9 Wochen Laufpause (die vergangenen Wochen muss ich ja mit zählen). Vom Krafttraining und vor allem dem Becken stabilisierenden Training rede ich erst gar nicht. Und wer sagt, dass das auch alles so kommt und ich nicht noch länger pausieren muss? Schließlich spricht er hier von einem "optimalen Heilungsverlauf".

Und was das Schlimmste ist, einen exakten Auslöser, einen Grund, weshalb das alles so gekommen ist, kann er mir mit letzter Sicherheit nicht sagen. Ok, der Leistenbruch, gut, der alleine erklärt aber noch lange nicht die Bauchmuskelansatzentzündungen. Na klasse! Genau so etwas kann ich ja hassen! Beschwerden und Verletzungen sind ja gut und schön, wenn man wenigstens weiß, woher sie kommen, aber so....??!!?!?

Zusammenfassend kann ich also sagen:
Beschwerden: Bauchmuskelansatzentzündung, Adduktorenansatzentzündung, Wundheilungsentzündung
Grund/ Auslöser für die Beschwerden: Unbekannt
Exakte Therapie: Nicht zu machen, wird wieder mal, wie so oft, eine Gradwanderung werden.
Heilungsdauer: Unbekannt

Seit über 6 Wochen bin ich nun schon außer Gefecht gesetzt, und ständig wurden, trotz absoluter Sportpause, die Beschwerden schlimmer. Wie lange das noch gehen wird weiß ich nicht, kann mir auch keiner wirklich sagen, mal mindestens noch weitere 3 Wochen, eher länger.
Ich habe nach wie vor saumäßige Schmerzen, auch ohne jedewede Belastung, trotz Ibu, wie soll das nur weiter gehen? Seelisch, körperlich und moralisch bin ich auf dem absoluten Nullpunkt angelangt...dessen bin ich mir absolut sicher, denn tiefer kann ich nicht mehr fallen...
Ich weiß jetzt zwar was ich habe (hoffe ich zumindest), doch woher es kommt und vor allem wie ich es vernünftig wieder weg bekomme kann mir keiner sagen. Zum Glück hasse ich genau das nicht! Mir wäre lieber man würde mir sagen: "Ok, ein Bruch, 3 Wochen Gips, 4 Wochen Ergo, 2 Wochen Aquajogging und dann ist alles gut". Aber so? Ob ich überhaupt jemals wieder laufen kann, wann das sein wird, wie ich am Besten da hin komme, alles das steht weiterhin in den Sternen!

Von was ich träume, was meine Ziele für 2012 sind? Einfach irgendwann einmal wieder unbeschwert zumindest einen Kilometer laufen zu können, die frische Luft und die Natur genießen zu dürfen, mehr wünsche ich mir momentan nicht! Man wird bescheidener und wie sehr man etwas liebgewonnenes vermisst sieht man sehr oft leider erst dann ganz deutlich, wenn man es nicht mehr hat!

Von 160 auf 0 - so schnell kann das gehen!


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Blog Training

Was für ein Jahr, unglaubliche Emotionen und Erlebnisse hatte es für uns parat.

Für Melanie war es ein absolutes Traumjahr, komplett verletzungs- und beschwerdefrei stürmte sie von Bestleistung zu Bestleistung, scheinbar spielerisch. Wunderbar, so soll es sein.
Und ich? 3 mal wieder zurückgekämpft und am Ende des Jahres dann den absoluten Nullpunkt hinnehmen müssen, nahezu von jetzt auf gleich von 160 auf null ausgebremst, eine schwere Zeit für Körper, Geist und Seele.
Aber kein Grund zum hadern, hatte das Jahr doch auch für mich unglaublich schöne Momente parat.
Und - nur wenn man mal ganz unten ist lernt man das richtig zu schätzen, was man schon einmal erreicht hat, was einem schon als normal vorkam. Nichts ist normal, das weiß ich jetzt. Man wird reifer, bescheidener und zufriedener, und für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar!
Wie es weiter geht? Ich weiß es nicht. Nach nunmehr fast 10 Wochen absoluter Sportpause fange ich langsam wieder an...
...und mit welchem Ziel? Hm, eigentlich klar, oder? TorTourdeRuhr 230 Km Pfingsten 2012! Momentan zwar noch völlig unmöglich, aber wer weiß....?
Von 0 auf 230, Mission impossible....?

Auch ein riesen Dank an all unsere wunderbaren Freunde und Laufbekannte, mit euch allen durften für unvergessliche Augenblicke der Freude und des Glückes erleben. Schön das es euch alle gibt, jeder auf seine Weise. Erst durch euch wurden die vielen Läufe so unvergesslich und einzigartig, DANKE euch allen dafür!

 

 

Unser Laufjahr 2011:



Gesamtbilanz für das Jahr 2011

Melanie:


3917 Km (13448 Km seit Beginn des ambitionierten Laufens in Oktober 2007)
Höhenmeter: 31980 m
281123 Kcal
Herzfrequnezdurchschnitt: 152
Temposchnitt: 6:21
Trainingseinheiten: 251, davon 29 * Kraftrainingseinheiten und 222 Laufeinheiten
Trainingszeit: 451 Stunden
Events: 11, davon 1 Marathon, 10 Ultras
Neue persönliche Bestzeiten:
Halbmarathon in 2:00:49
Marathon mit 4:15:36
50 Km in 5:03:33
6h-Lauf mit 56,948 Km
12h-Lauf mit 101.910 Km

Steffen:


4444 Km (17161 Km seit Beginn des ambitionierten Laufens in Oktober 2007)
Höhenmeter: 27810 m
305061 Kcal
Herzfrequnezdurchschnitt: 118
Temposchnitt: 5:31
Trainingseinheiten: 285, davon 51 * Kraftrainingseinheiten und 234 Laufeinheiten
Trainingszeit Laufen: 508 Stunden
Ausserdem alle zwei Tage Bauch- Rückentraining inkl. 100 Situps
Events: 14, davon , 1 Marathons, 13 Ultras
Neue persönliche Bestleitungen:
100 Meilen: 22:43:42
24h-Lauf: 176,383 Km

Errungene Titel:

Deutscher Vizemeister 24 Stundenlauf M40, Deutscher Mannschaftsmeister 24 Stundenlauf mit der LG DUV

Nein, 2011 war ein gutes Jahr, und wir beide wollten es absolut nicht missen, keinen einzigen Augenblick davon!!


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Nach dem Röntgenlauf entschied ich mich dazu, es deutlich ruhiger angehen zu lassen. Der dortige Lauf selbst ging zwar ganz gut, doch schmerzte im Ziel ganz seltsamerweise fast mein gesamter Schambeinbereich, und zwar sowohl links, als auch rechts.
Also war erst einmal Ruhe angesagt, wollte ich doch eine Woche später mit Birger Jüchter gemeinsam den Bottroper 50er laufen. Entsprechend lief ich in den Tagen dazwischen nur ein einziges mal, und dies ohne jedes Problem.
Bottrop kam, und so stand ich, gemeinsam mit etlichen Laufbekannten (so langsam kennt man ja fast das halbe Starterfeld ;-)) am Start. Mein Schatz war an diesem Tag "unpässlich", machte sie doch an diesem Wochenende mit den Damen des Damenkomitees unseres Karnevalvereines einen Ausflug nach Köln.
So lief ich also vom Start weg mit Birger Jüchter und Norbert Ebbert in einer sehr angenehmen Gruppe. Geplant war ein für mich sehr angenehmes und gemütliches Tempo von etwa 5:15, was in etwa einer Zielzeit von 4:30 entsprechen und für Birger eine neue PB bedeuten würde. Genau das liefen wir auch, bis zu Km 25, denn da bekam ich mehr und mehr Probleme, und zwar wieder im Schambeinbereich. Ich versuchte dran zu bleiben, musste aber Birger und Norbert bei Km 33 alleine ziehen lassen, denn für mich wurde das Ganze mehr und mehr zur Qual. Während Birger nach gigantischen 4:24 gemeinsam mit Norbert ins Ziel kam (neue PB für Birger, Glückwunsch dazu), quälte ich mich 25 Minuten später über die Zielinie, furchtbar, jeder Schritt schmerzte und ich wusste nicht warum!
Die Woche drauf machte ich garnichts und gönnte meinem Körper 7 Tage Ruhe, um dann Samstags drauf in Troisdorf gemeinsam mit meinem Schatz den 6 Stundenlauf machen zu können. So stand ich also, völlig Beschwerdefrei, aber mit einem unguten Gefühl, gemeinsam mit Meli und wie immer jeder Menge liebgewonnener Laufbekanntschaften, um 10 Uhr am Aggerstadion am Start. Ein 5:50er - 6:10er Tempo, das sollte doch gehen...
Ging es auch, etwa 15 Km lang. Während mein Schatz richtig gut drauf war, begannen bei mir wieder die Schmerzen. Nach 2 Stunden und gerade einmal knapp 21 Km entschloss ich mich dann dazu, dem Drama ein Ende zu setzten und verabschiedete mich von meiner Powerfrau. Mir schossen die Tränen in die Augen, war das doch der bisherige läuferische Tiefpunkt für mich...ich war am Boden zerstört...
Anmerken ließ ich mir aber nichts und feurte meinen Schatz jede Runde wie ein wilder an. Wo es nur ging versuchte ich sie zu unterstützen und ihr zu helfen, wobei auch sie einen "Hänger" hatte, ich glaube es war nach etwa 3,5 Stunden. Völlig aufgelöst sah ich sie kurz hinter dem Damm stehen und kümmerte mich um sie. Doch sie fing sich wieder und lief die verbleibende Zeit wie eine wilde und erreichte dennoch gigantische 56,948 Km, Wahnsinn! Damit verbesserte sie ihre alte Bestmarke um über 3 Km, wurde 12. der Damen, 4. ihrer Altersklasse und sogar 2. in der Mannschaftswertung mit der LG DUV, deren mit Abstand beste Läuferin sie war. Schatz, du bist wirklich der Knaller, und was hast du in diesem Jahr für fantastische Leistungen abgeliefert, unglaublich! Ich bin so stolz auf dich!!!
Auch Simone Durry versuchte ich zu unterstützen und sagte ihr immer ihren Abstand zur Zweitplatzierten, der sich bis zur 5. Stunde ständig bis auf insgesamt 600 Meter vergrößerte. Ich feuerte sie an, machte sie heiß und ob man es glaubt oder nicht, in der letzten Stunden holte sie Meter um Meter auf und kam doch tatsächlich bis auf 48!! Meter an sie heran ...nur zum Überholen sollte es leider nicht mehr reichen. Trotzdem, großes Kämpferherz Simone Und Glückwunsch zu deinem 3. Platz!!
Die darauf folgenden Wochen ließ es Meli ruhig angehen und gönnte sich erst einmal 2 Regenerationswochen.
Und ich gab schweren Herzens meinen Startplatz für den Eisage 24 Stundenlauf an Norbert Ebbert ab. Nichts mit Geburtstagsläufchen...., nichts mit dem Lauf, auf den ich mich so sehr gefreut hatte....das tat weh, richtig weh, aber Vernunft geht vor....so schwer es auch fällt!
Und mein Schatz? Sie läuft am kommenden Wochenende gemeinsam mit vielen lieben Menschen den HagenHills....

Hier sind die Urkunden aus Bottrop und Troisdorf

Hier sind alle Bilder


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Blog Events
Wie so oft gibt es ja mehrere Veranstaltungen an einem Wochenende, so auch an diesem, nämlich den Frankfutmarathon und eben den Röntgenlauf.
Sicherlich wäre auch der Frankfurtmarathon sehr interessant gewesen, zumindest mal als Zuschauer, waren doch, einmal von Mocki, Susanne, Jan und ein paar anderen deutschen Topläufern ganz abgesehen, auch Gerd, Martin, Markus und etliche andere sehr liebgewonnene Läufer dort am Start. Mal von den vielen "Betreuern an der Strecke" ganz abgesehen...Eva, Julia usw....
Doch da wir bereits letztes Jahr nicht am Röntenglauf teilnehmen konnten, der viel nämlich auf das gleiche Datum wie der SchwäbischAlbmarathon, war das in diesem Jahr sozusagen Pflicht! Und da man ja nur auf einer Hochzeit tanzen kann....

Normalerweise wäre das alles ja wieder recht stressig gewesen (Start bereits um 8:30 Uhr, sehr früh aufstehen, Anreise, Startunterlagen abholen usw.), doch Dank der Zeitumstellung (+ 1 Stunde) und vor allem wegen Birger Jüchter, war dem ganz und garnicht so. Birger bot uns schon vor Wochen an, bei ihm zu übernachten, was wir sehr gerne angenommen hatten. Birger, dafür nochmals HERZLICHEN DANK, BIST ´NE WUCHT!
Entsprechend vielen wir bereits Samstag gegen 16:30 Uhr bei ihm ein. Nach einem ganz herzlichen "Hallo" fuhren wir dann erst einmal gemeinsam die Startunterlagen abholen. Ach je, wen wir da schon wieder alles trafen und auch endlich mal in der reelen Welt kennenlernen durften, echt der Hammer! Z.B. Luigi Albergo, Ulrich Hansmann, usw. ... ach, hör auf...;-), echt der Knaller! Und es war wie immer, man sah sich zum ersten mal und es war, als würde man sich schon ewig kennen, wunderbar!!
Nachdem wir "den Papierkram" erledigt hatten machten wir noch von der Pastaparty regen gebrauch, und wen trafen wir da? Bulligs, Conny und Siggi, endlich mal wieder!!! Ach ihr beiden, in FB haben wir euch sooo vermisst....
Wieder bei Birger zu Hause ließen wir den Abend dann mit einem feinen Alkfreien gemütlich ausklingen.
Um 6 Uhr morgens rappelte dann das Handy, wir machten uns schnell lauffertig und auf den Weg nach Remscheid. Gefrühstückt wurde in aller Ruhe in der dortigen Halle, jeweils ein Frühstück komplett mit lecker Brötchen und Kaffee.
Nach und nach kamen auch all die anderen dazu, so z.B. Rolli von "Wat läuft", der unsere heiß ersehnten TTdR-Buffs dabei hatte (danke dir dafür), Susanne Alexi, Julia Vieler, Conny und Siggi Bullig, Ulrich Hansmann .....soll ich weiter aufzählen? (Uli, vielen Dank für die leckeren selbstgebackenen Riegel von dir!!)

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Wir quatschten wie immer über tausend Dinge und hatten einen Haufen Spaß! Um 8:30 Uhr war dann auch schon der Start...

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Ewig nicht mehr gesehen, Elke Gärtner, die natürlich gleich mal wieder zeigte wo der Hammer hängt und 2. der Damen wurde, unglaublich!

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Der Lauf selbst war ein einziger Traum, landschaftlich der Hammer und was die Stimmung an der Strecke anging besser als so mancher Stadtmarathon!

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Da ich ja noch die 100 Meilen vom Wochenende zuvor in den Knochen hatte genoss ich einfach einen tollen Lauf gemeinsam mit meinem Schatz und machte, wie überraschend, etliche Bilder.

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Und wie so oft waren es die üblichen Verdächtigen, die wir immer und immer wieder auf der Strecke trafen, so wie hier Walter Zimmermann, der wirklich ÜBERALL anzutreffen ist!

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Auch Ulrich Hansmann war hier noch richtig gut unterwegs...

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Was meinen Schatz anging so wollte sie eigentlich nur eine 7:59 laufen...und ich gemütlich mit ihr..doch irgendwie hatte sie da wohl etwas Pfeffer in ihrem Allerwertesten. Auf alle Fälle hatte ich teilweise Schwierigkeiten ihr zu folgen...aber mein Schatz hat mich dann doch gut durchgebracht!!

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Nach nicht all zu langer Zeit liefen wir auf Julia Vieler auf, die für 2012 großes vor hat und diesen Lauf als Trainingseinheit mitnahm. Jens selbst lief in Frankfurt als Zug- und Bremsläufer für die 3:29 und kam später im Zielbereich mit dazu!

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Das Streckenprofil war teilweise mit wunderbar steilen Anstiegen gespickt, für die man allerdings in Form von "Naturalien" mehr als belohnt wurde!

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Noch eine Laufbekannte, Miss "Flink in Pink" Bettina Mecking, die genau wie ich den Kölnpfad gefinisht hatte. Schön sie mal wieder getroffen zu haben! Spaß beim Laufen - NIEMALS!

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Nicht zu fassen, sogar Peer Schmidt-Soltau war hier am Start. Auch er finishte genau wie ich erst 7 Tage zuvor den Hanse100, allerdings als viertplatzierter! Was ein Glück, war ich wenigstens nicht der einzige bekloppte....

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Ein wirklich sehr schöner Zieleinlauf für die 3/4-Distanzler, also die Marathonis. Wir hingen noch einen Halben dran ;-)!

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Was die Verpflegung auf der Strecke anging so muss ich sagen, echt Hammer. Ich denke das Bild spricht für sich....! Absolutes Highlight: Die selbstgebackenen Müsliriegel!!!!!

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Viel zu schnell ging es Richtung Ziel...

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Und so war es dann auch nach 7:40 Stunden soweit, Endspurt, Zieleinlauf und der verdiente Lohn!

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Auch Birger erreichte nur wenige Augenblicke zuvor das Ziel!

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So ging dann ein erneut wunderschöner Lauftag so langsam zu Ende.
Wir machten uns gleich auf den Weg, wollten wir doch noch wie zuvor bei FB versprochen, bei Loschs vorbei schauen. Doch daraus wurde dann leider nichts, seeeehr schade :-((((((

Also fuhren wir dann direkt nach Hause!

Nochmals ein riiiiisssssen Dankeschön an Birger, weißt schon für was, gelle? Und hey, das ist NICHT selbstverständlich!!

Ergebnis:
Melanie: 7:40:48, 30. Platz bei den Damen, 7. Platz in der AK W40
Steffen: 7:40:48, 253. Platz der Männer, 62. Platz in der AK M40

Hier sind unsere Urkunden
Hier ist der GPS-Track
Hier sind alle Bilder
Hier ist Melis Laufbericht (kommt noch)

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Blog Events
"Die Herausforderung im Norden"

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So der Slogan von Carsten A. Mattejiet, dem Erfinder und Ausrichter dieses 100 Meilenlaufes. Und er sollte Recht behalten...

Alles begann eigentlich schon 3 Tage zuvor, denn da musste ich kurzfristig noch auf eine externe Schulung nach Bad Pyrmont. Und dies hieß für mich 2 Nächte schlecht zu schlafen, keine optimale Ernährung zu haben und mir obendrein noch einen verdorbenen Magen einzufangen. Alles keine guten Vorzeichen für einen 100-Meiler, was aber wirklich keine Ausrede für meine dort abgelieferte miserable Leistung sein soll.

Aber irgendwie setzte sich das Supoptimale auch am Tag der Anreise/ des Startes fort. Man kann ja planen was man will, irgendwie kommt es immer anders als geplant, so auch an diesem Tag.
Eigentlich hätte ich ein 3 Stunden Zeitpolster von der Ankunft in Hamburg bis zum Start eingeplant, genügend Zeit also, um sich umzuziehen, etwas vernünftiges zu essen, zu trinken, den Trinkrucksack in Ruhe zu packen und mit dem einen oder anderen noch ein entspanntes Wörtchen wechseln zu können....eigentlich! Doch es kam alles anders.

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Der Flieger hatte, inklusive längerer Flugzeit, 2 Stunden Verspätung! Somit wurde alles zum puren Stress, denn auch die direkte S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof ließ auf sich warten, sodass wir erst 30 Minuten vor dem Start am Hauptbahnhof ankamen. Von dem stundenlangen rumstehen am Flugschalter und am Gate in Frankfurt usw. rede ich erst garnicht....Entsprechend musste ich mich bereits in der S-Bahn umziehen und vergaß natürlich glatt mich an allen relevanten Stellen mit Melkfett einzuschmieren! Auch an essen und trinken war nicht mehr zu denken, denn es gab nirgends etwas!

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Am Hauptbahnhof angekommen verschlang ich dann noch schnell einen Laugenbrezel, woraufhin es mir noch schlechter wurde als es mir eh schon war. Dann das nächste Problem, wo ist der Treffpunkt? Wir liefen wie verrückt hin und her, hatten zwar die Ausgangsangabe von Carsten bekommen, doch da war niemand!

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Ich rief ihn an, woraufhin er und dann beschrieb, wie wir zum Treffpunkt kommen würden. Eigentlich ganz Einfach, nämlich direkt unter uns! 20 Minuten vor dem Start trafen wir dann auch endlich ein....
Zu mehr als einen kurzen "Hallo" mit einigen Bekannten (Susanne Alexi, Hauke König, Norbert Ebbert, Ruth Jäger uvm.) blieb leider keine Zeit, denn ich musste noch meine gelbe Weste (Pflichtausrüstung) und die Karte (hatte mir vorsorglich selbst eine im Internet ausgedruckt und nutzte diese dann auch) bei Carsten abholen, den ich dann auch endlich einmal persönlich kennenlernen durfte (er erkannte per Ferndiagnose meinen Leistenbruch im Januar diesen Jahres und gab mir viele Tipps, schnell wieder fit zu werden, nochmals mein Dank dafür!!!). Außerdem war noch der Trinkrucksack zu befüllen (ein Blumenhändler war nach minutenlanger Suche nach Wasser so freundlich) und ich musste noch mal auf die Toi.
Auch Meli war hektisch, galt es doch Michael Söhngen, ich denke er war der Gesamtkoordinator für alle Verpflegungspunkte, zu finden, bei welchem sie für den Support der Läufer während dieses Events eingeteilt war.
Das Briefing hatte ich natürlich fast völlig verpasst, was aber, so denke ich, nicht weiter schlimm  war (Toi, Wassersuche usw.). 5 Minuten vor Start war ich dann endlich laufbereit!!

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Was ein Glück, denn schon ging es zum gemeinsamen Gruppenbild auf die Treppe!

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Um 22:07 erfolgte dann der Start...


...ich sackte in den für mich im Finisherzelt bereitgestellten Stuhl und war erst einmal froh, es überhaupt geschafft zu haben. Meli deckte mich zu, wusste sie doch um meine Verfrorenheit. Vorletzter, oh man, ich fasse es nicht. Aber egal, Hauptsache nicht aufgegeben, das war es, was für mich zählte.

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Aber was wurde ich hier verwöhnt - Indisch-Malaiisches Buffet, wie lecker! Eine spezielle Kürbissuppe, Curry-Geflügelgulsch mit Duftreis, alles nur erdenkliche an Getränken und überhaupt, echt der Hammer, was einem auch hier geboten wurde!

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Während mein Schatz neben mir saß und stänig die Augen zuvielen, verdrückte ich mehrere Teller der angebotenen Köstlichkeiten und unterhielt mich noch ein wenig mit Michael Neumann und dessen super netten Frau. Mittlerweile war es 2:30 Uhr morgens und auch ich hatte mir der Müdigkeit zu kämpfen. Was ein Wunder auch, waren wir doch nun schon über 42 Stunden auf den Beinen!
Doch wo schlafen? Eigentlich war auch nach dem Lauf alles etwas anders geplant, sodass wir kein Hotelzimmer o.ä. gebucht hatten. Doch Michael hatte dann den Einfall schlechthin: Die meisten Läufer hatten einen Platz in der Jugendherberge, etwa 30 Km von hier entfernt, gebucht, 3 von ihnen die Schlafmöglichkeit aber nicht in Anspruch genommen, sodass die Organisatoren nun das Problem der Verrechnung und außerdem noch 2 Schlüssel für die Zimmer hatten. Kurz um, wir ließen uns ein Taxi rufen und nahmen die Schlüssel mit. 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen sage ich da nur, denn Michael war froh nur noch die Kosten für 1 Person übernehmen zu müssen und die Schlüssel nicht Tags darauf dort abgeben zu müssen, und wir freuten uns über wenigstens ein paar Stündchen Schlaf.

Als das Taxi kam verabschiedeten wir uns von allen, bedanketen uns nochmals ganz herzlich für die tolle Organiosation und den unermütlichen Einsatz aller Helfer und stiegen totmüde in das Taxi...

In der Herberge angekommmen hatten wir jetzt die Option, entweder in ein 4-Bettzimmer zu gehen, in dem allerdings schon ein Läufer schlief und den wir auf keinen Fall wecken wollten, oder in ein Einzelzimmer, welches allerdings nur ein Bett hatte. Mir war alles egal, ich überließ meinem Schatz das Bett, legte mir 2 Decken auf den Boden, deckte mich mit 2 Bettlaken zu, nahm Melis Schal als Kopfkissen, entledigte mich der Schuhe und der Socken (boah tat das weh) - und schlief gegen 4:30 Uhr nahezu sofort ein! Doch so richtig tief konnte ich nicht schlafen, die Füße pulsierten wie verrückt und ich begann auch irgendwann wieder zu frieren. Nach ein paar Stunden kuschelte ich mich ganz leise in Melis Bettchen und versuchte weiter zu schlafen....bis um 10:30 Uhr der Wecker, ähm, das Handy klingelte...

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Am Morgen stellte ich dann direkt mal fest, dass ich mein Dropback im Finisherzelt vergessen hatte, na klasse! Aber auch dafür fand sich eine Lösung.
Um 11:30 Uhr fuhren wir dann mit dem Bus zum Hauptbahnhof Bremen, von welchem aus unser vorher schon gebuchter Zug um 13:46 Uhr nach Ingelheim abfuhr.

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Läuferisches Resümee:

Trotz aller Qualen bleibt festzuhalten - das war ein ganz toller und wunderschöner Lauf!
Doch leider steht fest: Wäre das die TTdR gewesen, so hätte ich sie NICHT geschafft!
Das ist die erschreckenste Erkenntnis, die ich aus diesem Lauf leider ziehen muss. Vor, aber auch während des Laufes lief einiges nicht optimal, und KEINER dieser Punkte darf sich bei der TTdR wiederholen. Egal ob Übermüdung und Hektik bereits vor dem Start, schlechte Ernährung die Tage zuvor, falsche Socken- aber auch Tempowahl oder zum Teil viel zu lange Pausen - will ich diese 230 Nonstopkilometer Pfingsten 2012 schaffen, darf ich absolut NICHTS dem Zufall überlassen und keine Fehler in der Vorbereitung machen!

Jens Vieler hat schon Recht wenn er sagt:
Um hier zu bestehen solltest du mindestens mehrere Meilen- und 24-Stundenläufe erfolgreich absolviert haben. Du brauchst unbedingt genügend Erfahrung, denn diese ist das A und O!

Dies war jetzt mein 3. Meilenlauf, bei 3 24-Stundenläufen, und ich muss sagen, jeder Lauf war komplett anders. Ok, ich habe noch 2 24er bis zur TTdR und ich hoffe, alle Erfahrungen der vorher genannten Läufe dort einfließen lassen zu können, denn wie gesagt, ergeht es mir bei der Tortour so wie in Köln (171 Km) oder eben jetzt beim Hanse100, so ist ein Did Not Finish vorprogrammiert!

Resümee Event:


Der Hanse100 war ein großartiges Event, das von Carsten und seinen gerade einmal 12 - 15 Helferinnen und Helfern mit viel Herzblut und Leidenschaft sehr gut geplant und durchgeführt wurde. Ich als Läufer habe absolut keinerlei Kritik, noch nicht einmal im Ansatz! Ganz im Gegenteil, ich habe mich während der gesamten Veranstaltung super gut aufgehoben und versorgt gefühlt.
Und die Landschaft? Ein einziger Traum!
Klar, irgendwer hat bestimmt etwas zu meckern, z.B. über die Wegfindung, aber hey, man muss mal die Kirche im Dorf lassen, in der Ausschreibung und den zahllosen Mails, die Carsten zuvor an alle Teilnehmer verschickt hatte, wurde auf alles hingewiesen. Und, für die Wegfindung wurde Kartenmaterial verteilt, wer damit nicht zurecht kam und jetzt meckert wäre besser zuhause geblieben oder bei einem Stadtmarathon gestartet! Auch ich hatte mich mehrfach verlaufen, aber das war immer meine eigene Schuld! Und, etwas Abendteuer ist bei soetwas immer mit dabei - deshalb haben wir uns doch auch dafür angemeldet, oder?
Und bitte, was die Verpflegungspunkte angeht, für mich ist es noch immer unfassbar, was hier alles angeboten wurde, ich sage nur Ringhotel oder Melkhus! Klar gab es hier mal keine Salztabletten, da mal keinen Kaffee und dort halt mal kein Obst oder keine Suppe, na und? Man kann nicht überall alles haben, denn dann würde bei gerade einmal 30 Teilnehmern zu viel im Müll landen bzw. das Startgeld ins unermessliche Steigen! Ich für meinen Teil fühlte mich top versorgt!!
Und bitte wo gibt es "Radversorger", die zwischen mehreren VPs hin und her fahren um sich auf der Strecke um das Wohl der Läufer zu kümmern (Getränke, Essbares usw.)?
Und man darf auch nicht vergessen, viele der Helfer, so z.B. Michael Söhngen oder auch Melanie, waren mehr als 40 Stunden auf den Beinen, nur um ein paar Laufverrückten einen tollen Lauf zu ermöglichen. Das man da nicht immer an alles denkt ist wohl auch klar!

Klasse Veranstaltung, super Organisation, top Versorgung und eine wunderschöne Strecke! Und das mit den wenigen Helfern

Hanse 100 - muss man gelaufen sein!

Carsten M., Michael S., Meli K., Helmut R., Michael N., Ralf S., ThomasR., Uwe H., Anja S., Alexandra N., Anke M., Esther M., und alle anderen Helfer:

Vielen Dank für dieses grandiose Event!

Hier ist der Laufbericht/ Supporterbericht
Hier ist der GPS-Track
Hier sind die Bilder
Hier ist die Urkunde

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Blog Events
Die schönsten Läufe sind ja bekanntlich die, die man garnicht geplant hat. So auch an diesem Wochenende, bei dem wir eigentlich nur eine "Ausweichstrecke" für unsere heimischen Standardstrecken gesucht hatten. Und wie soll ich sagen, wir wurden fündig und fuhren ganz kurzentschlossen nach Hachenburg, um am dortigen Jubiläumsmarathon teilzunehmen.

Hachenburg 2011 (0)

Was uns dort für gerade einmal 22 Euronen inklusive Nachmeldegebühr so alles geboten wurde, echt der Hammer! Mal von der super Organisation abgesehen, war die Streckenführung durch die wunderschöne Landschaft des Westerwaldes echt der Knaller. Jeder Meter Genuss pur. Auch die Verpflegung ließ keine Wünsche offen und sogar eine wunderschöne Finishermedaille wurde uns im Zielbereich umgehängt. Ach, apropos Zielbereich, der Zieleinlauf in der Altstadt war einfach nur wunderschön! Alles in allem eine absolut empfehlenswerte Veranstaltung!
Was gibt es sonst noch zu sagen? Ach ja, wie immer traf man den einen oder anderen Bekannten, so z.B. Joe Kelbel, der wie immer für Marathon4you unterwegs war. Und Ulrike Schmidtke, die wir bereits aus FB kannten, durften wir dort endlich mal persönlich kennenlernen. Auch Uwe Koch war mit von der Partie, jaja, die übliche Läuferfamilie halt!!
Der Start war um 11:30 Uhr, durchgeführt von Herbert Steffny, der dort ebenfalls mitlief.

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Meli und ich liefen jeder sein eigenes Ding, jeder in seinem Tempo, gedacht als ganz normalen Trainingslauf. Sie für den Röntgenlauf, und ich für die Hanse 100 Meilen.
Und wie soll ich sagen, ich lief einen schönen konstanten 5:25er Schnitt mit einer 7 Km Endbeschleunigung als Crescendo und einem letzten Kilometer in 4:10. Entsprechend lief ich die 2. Hälfte des Laufes auch 6 Minuten schneller als die erste Hälfte und kam trotz etlicher Fotopausen nach 3:41:25 schön entspannt ins Ziel.

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Hachenburg 2011 (3)

Auch Meli lief einen wunderbaren Schuh, und auch sie war auf der 2. Hälfte deutlich schneller als auf der ersten und kam ebenfalls ganz locker und entspannt nach 4:28:31 ins Ziel!

Hachenburg 2011 (5)

Hachenburg 2011 (4)


Nachdem wir uns in der Halle am riesigen Kuchenbuffet noch etwas gestärkt hatten ging es auch leider schon wieder nach Hause.
Und wieder können wir feststellen:
Es bedarf nicht den teuren, großen Veranstaltungen, um läuferisch voll auf seine Kosten zu kommen! Auch und gerade die vermeintlich kleinen Events sind absolut zu empfehlen, und das auch noch für deutlich kleineres Geld!
Da wundert es dann nicht, das der dortige Veranstalter einen Teilnehmerrekord verbuchen konnte.
Danke Hachenburg!

Hachenburg 2011 (6)

Meli: 4:28:31, Gesamt 100. AK W40 4. Platz
Steffen: 3:41:25, Gesamt 36., AK M40 6. Platz

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Blog Infos

Ich habe mittlerweile unzählige Artikel, gute wie schlechte, und noch viel mehr Bücher über die Gesundheit des Menschen, über dessen Evolution und über das Laufen gelesen. Von Biologen, Medizinern, Trainern, Athleten usw. und kann wirklich nur eines sagen, die wirklich fundierten Berichte und Bücher widersprechen sich nicht, ganz im Gegenteil, sie ergänzen sich und ergeben in der Summe ein wunderbares Gesamtbild dessen, wie es um uns als Menschen in der heutigen Zeit bestellt ist, woher so manche Zivilisationskrankheit kommt, wie wir uns kaputt schonen, uns krank essen, uns allergisch Pflegen, uns zum Krüppel sitzen und wie wir systematisch unser "Gesundheitssystem" missbrauchen. Und letzteres hat mit dem Wohle der Patienten immer weniger zu tun, hier geht es eher darum, möglichst viel Profit aus diesem "System" zu schröpfen, zu Lasten derer, die es wirklich am dringensten benötigen würden, denn für sie ist dann oft kein Geld mehr da oder dringend benötigte Behandlungen sind schlicht aus kostengründen aus dem "Leistungskatalog" der Kassen gestrichen.

Passend hierzu las ich zwei hervorrangende Artikel im Spiegel, ja, im Spiegel, der ja ansich recht wenig mit Sport und Bewegung zu tun hat, hier aber ohne einen Roman verfassen zu müssen jeweils kurz und bündig auf den Punkt kommt.

Der erste Artikel ist aus dem Heft 40/ 2009: Geheimnis der Gesundheit

Der zweite Artikel ist aus der Ausgabe 40/ 2011 (PDF): Was den Rücken stark macht


Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen - genau so ist es! Jeder ist für sich selbst verantwortlich und hat seine Gesundheit selbst in der Hand. Man darf sich nicht nur auf Pillen und Weißkittel verlassen, man muss selbst etwas dafür tun, denn von nichts kommt nichts!

Gut das ich Läufer bin...


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Blog Gedanken

Steve Jobs

1955 - 2011
Steve Jobs

2005 sprach Steve Jobs an der Uni Stanford. So persönlich wie nie zuvor und nie danach. Die bewegenden Worte des Apple-Chefs über das Leben zwischen Adoption, Apple und Krebsdiagnose haben mich bis heute sehr beeindruckt:

Es ist mir eine Ehre, bei Ihrer Abschlussfeier an einer der renommiertesten Universitäten der Welt dabei sein zu dürfen. Um ehrlich zu sein, ich selbst besitze keinen Collegeabschluss - und so nah wie heute bin ich einem solchen Abschluss nie zuvor gekommen. Ich möchte Ihnen heute drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist alles. Nichts Besonderes. Nur drei Geschichten.

Bei der ersten Geschichte geht es darum, Zusammenhänge zu erkennen.

Mein Studium am Reed College habe ich nach den ersten sechs Monaten abgebrochen. Danach blieb ich aber noch und besuchte für weitere etwa anderthalb Jahre das College immer mal wieder, bis ich das Studium endgültig abbrach.

Warum habe ich das getan? Das hat schon vor meiner Geburt begonnen. Meine leibliche Mutter war eine junge, unverheiratete Studentin, die sich entschied, mich zur Adoption freizugeben. Es war ihr sehr wichtig, dass ich von Hochschulabsolventen adoptiert werden sollte - also wurden alle nötigen Vorbereitungen getroffen, damit ich bei meiner Geburt von einem Anwalt und dessen Gattin adoptiert werden konnte. Sie entschieden aber in letzter Minute, dass sie lieber ein Mädchen wollten.

Vertrauen, dass alles gut gehen würde
Meine Eltern, die auf der Warteliste standen, erhielten also mitten in der Nacht einen Anruf: "Wir haben hier ganz unerwartet einen neugeborenen Jungen. Wollen Sie ihn haben?" Sie antworteten: "Natürlich."

Später fand meine leibliche Mutter heraus, dass meine Mutter keinen Collegeabschluss besaß und dass mein Vater noch nicht einmal die Highschool richtig abgeschlossen hatte. Sie weigerte sich daraufhin, die Adoptionspapiere zu unterzeichnen. Erst Monate später lenkte sie ein - weil meine Eltern ihr versprachen, dass ich später ein College besuchen würde. Das war mein Start ins Leben, und 17 Jahre später besuchte ich dann tatsächlich ein College.

Naiv, wie ich war, hatte ich mir aber ein College ausgesucht, das fast so teuer war wie Stanford. Die gesamten Ersparnisse meiner Eltern, die aus der Arbeiterschicht kamen, gingen für meine Studiengebühren drauf. Nach sechs Monaten kam ich zu dem Schluss, dass mir das nichts brachte. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anstellen wollte, und keine Ahnung, wie das College mir helfen sollte, das herauszufinden - und gleichzeitig gab ich das Geld aus, das meine Eltern ihr ganzes Leben lang zusammengespart hatten. Ich entschied mich also, mein Studium abzubrechen und darauf zu vertrauen, dass alles gut gehen würde.

Zum damaligen Zeitpunkt war das ziemlich beängstigend. Wenn ich aber jetzt zurückblicke, war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich musste keine Pflichtfächer mehr belegen, die mich nicht interessierten, und konnte als Gasthörer die Vorlesungen besuchen, die mir viel interessanter erschienen.

"Ich sammelte Colaflaschen und kaufte mir vom Pfand essen"
Es war nicht nur romantische Studienidylle. Ich hatte kein eigenes Zimmer im Studentenwohnheim und musste bei Freunden auf dem Boden schlafen. Ich sammelte Colaflaschen und kaufte mir von dem Pfand Essen. Jeden Sonntagabend ging ich mehr als zehn Kilometer zu Fuß durch die Stadt zum Hare-Krishna-Tempel, damit ich einmal in der Woche eine ordentliche Mahlzeit bekam. Ich liebte es. Und vieles von dem, in das ich durch Zufall hineingeriet, weil ich meiner Neugier und Intuition folgte, erwies sich später als unbezahlbar. Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen.

Das Reed College bot zu jener Zeit den vielleicht besten Kalligrafiestudiengang des Landes an. Weil ich keine herkömmlichen Vorlesungen besuchen musste, entschied ich mich, Kalligrafieunterricht zu nehmen. Ich lernte etwas über Schriftarten mit und ohne Serifen, wie man den Abstand zwischen unterschiedlichen Buchstabenkombinationen variiert, was großartige Typografie großartig macht. Es war wunderschön. Es hatte Geschichte und war auf eine Weise künstlerisch subtil, wie die Wissenschaft es nicht zu erfassen vermag. Ich fand es faszinierend.

Natürlich konnte ich nicht auch nur im Entferntesten davon ausgehen, dass irgendetwas davon einen praktischen Nutzen in meinem Leben haben würde. Aber als wir zehn Jahre später den ersten Macintosh-Computer entwarfen, kam alles wieder, und wir integrierten das alles in den Mac. Es war der erste Rechner mit wunderschöner Typografie. Hätte ich niemals diesen Kurs besucht, hätte der Mac niemals verschiedene Schriftarten bekommen oder solche mit proportionalen Zwischenräumen. Und da Windows Mac einfach kopiert hat, ist es wahrscheinlich, dass kein PC das hätte . Also: Hätte ich mein Studium nie abgebrochen, hätte ich nie als Gasthörer an der Kalligrafievorlesung teilgenommen, und PC besäßen heute vielleicht nicht diese wundervolle Typografie. Natürlich war es unmöglich, während meiner Collegezeit diese Zusammenhänge zu erkennen. Aber als ich zehn Jahre später zurückblickte, waren sie deutlich sichtbar.

Folge deinem Herzen
Noch einmal, wenn Sie in die Zukunft blicken, können Sie nicht erkennen, wo Zusammenhänge bestehen. Das wird erst in der Rückschau möglich. Das heißt, Sie müssen darauf vertrauen, dass sich die einzelnen Mosaiksteinchen in Ihrer Zukunft zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Sie müssen auf etwas vertrauen - Ihr Bauchgefühl, das Schicksal, das Leben, Karma, egal was. Denn der Glaube daran, dass sich irgendwann die einzelnen Mosaiksteinchen zusammenfügen werden, gibt Ihnen die Zuversicht, dem Ruf Ihres Herzens zu folgen. Auch wenn der Sie abseits der ausgetretenen Wege führt - aber das macht den Unterschied.

Bei meiner zweiten Geschichte geht es um Liebe und Verlust.

Ich hatte Glück. Ich habe schon früh im Leben herausgefunden, was ich gern mache. Als ich 20 war, haben Woz (Steve Wozniak) und ich Apple in der Garage meiner Eltern gegründet. Wir haben schwer gearbeitet, und in zehn Jahren war Apple nur von uns beiden in einer Garage zu einem zwei Milliarden Dollar schweren Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern gewachsen. Wir hatten gerade unser Glanzstück, den Macintosh, auf den Markt gebracht, und ich war gerade 30 geworden, da wurde ich gefeuert. Wie kann man aus einem Unternehmen gefeuert werden, das man gegründet hat? Nun ja, als Apple immer größer wurde, stellten wir jemanden an, von dem wir dachten, er habe großes Talent und könne das Unternehmen mit mir zusammen führen. Im ersten Jahr ging auch alles gut. Doch dann begannen unsere Vorstellungen von der Zukunft immer stärker voneinander abzuweichen - und schließlich kam es zum Streit. Bei diesem Streit ergriff das Board für ihn Partei.

Ich stand mit 30 auf der Straße, und alle Welt bekam es mit. Das, worum sich während meines gesamten Erwachsenenlebens alles gedreht hatte, war weg. Es hat mich umgehauen. Monatelang wusste ich wirklich nicht, was ich tun sollte. Ich hatte das Gefühl, die vorige Generation Unternehmer im Stich gelassen zu haben, den Staffelstab bei der Übergabe fallen gelassen zu haben. Ich traf mich mit David Packard (einem der Gründer von Hewlett-Packard) und Bob Noyce (einer der Gründer von Intel) und versuchte, mich dafür zu entschuldigen, dass ich so viel Mist gebaut hatte. Ich dachte sogar daran, aus dem Silicon Valley zu fliehen.

"Von Apple gefeuert zu werden war das Beste, was mir je passiert ist"
Doch mit der Zeit wurde mir ganz allmählich etwas bewusst. Das, was ich tat, machte ich immer noch gern. Das bei Apple Vorgefallene hatte daran nicht das Geringste geändert. Ich war zurückgewiesen worden, aber ich liebte es immer noch. Also beschloss ich, wieder von vorn anzufangen.

Damals konnte ich es noch nicht ahnen, aber von Apple gefeuert zu werden war das Beste, was mir je passiert ist. Die Schwere des Erfolgs wurde ersetzt durch die Leichtigkeit, wieder Anfänger zu sein, sich der Dinge weniger sicher zu sein. Ich war frei, einen der kreativsten Abschnitte meines Lebens zu erleben.

In den folgenden fünf Jahren gründete ich ein Unternehmen mit dem Namen Next, ein weiteres mit dem Namen Pixar und verliebte mich in eine wunderbare Frau, die meine Ehefrau wurde. Pixar schuf mit "Toy Story" den weltweit ersten computeranimierten Kinofilm und ist heute das erfolgreichste Animationsstudio der Welt.

Wie das Leben so spielt, kaufte Apple Next - und ich kehrte zu Apple zurück. Die Technik, die wir bei Next entwickelt hatten, ist Kern von Apples jetziger Renaissance. Und Laurene und ich haben eine wunderbare Familie.

Finden, was man liebt
Ich bin mir sicher, das alles wäre nicht geschehen, wäre ich nicht bei Apple gefeuert worden. Es war bitter, aber ich hatte es wohl nötig. Manchmal zieht einem das Leben eins mit dem Knüppel über den Schädel. Man darf nur nicht den Glauben verlieren.

Ich bin überzeugt, dass meine Liebe zu meiner Arbeit mein einziger Antrieb war. Man muss finden, was man liebt - das gilt für die Arbeit wie fürs Privatleben. Ihre Arbeit wird einen großen Teil Ihres Lebens einnehmen. Und die einzige Möglichkeit, Zufriedenheit zu erlangen, besteht darin, das zu tun, was man selbst für großartige Arbeit hält. Und der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, besteht darin zu lieben, was man tut. Haben Sie das noch nicht gefunden, dann suchen Sie weiter, lassen Sie nicht locker. Wie bei allen Herzensangelegenheiten werden Sie wissen, wenn Sie das Richtige gefunden haben. Und wie jede gute Beziehung wird auch diese im Laufe der Jahre immer besser. Suchen Sie weiter. Finden Sie sich nicht mit weniger ab.

Bei meiner dritten Geschichte geht es um den Tod.

Als ich 17 war, las ich irgendwo ein Zitat, das ungefähr so lautete: "Lebt man jeden Tag, als wär's der letzte, liegt man eines Tages damit richtig." Das ist hängen geblieben. Seitdem frage ich jeden Morgen mein Spiegelbild: "Wenn heute der letzte Tag meines Lebens ist, würde ich dann gern das tun, was ich heute tun werde?" Und wenn die Antwort an zu vielen Tagen hintereinander Nein lautet, weiß ich, dass ich etwas ändern muss.

Mir ins Gedächtnis zu rufen, dass ich bald sterbe, ist mein wichtigstes Hilfsmittel, um weitreichende Entscheidungen zu treffen. Fast alles - alle Erwartungen von außen, aller Stolz, alle Angst vor Peinlichkeit oder Versagen - das alles fällt im Angesicht des Todes einfach ab. Nur das, was wirklich zählt, bleibt. Sich daran zu erinnern, dass man eines Tages sterben wird, ist in meinen Augen der beste Weg, um nicht zu denken, man hätte etwas zu verlieren. Man ist bereits nackt. Es gibt keinen Grund, nicht dem Ruf des Herzens zu folgen.

"Mein Arzt riet mir: 'Bereiten Sie sich aufs Sterben vor'"
Vor etwa einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Morgens um halb acht wurde die Aufnahme gemacht, und sie zeigte deutlich einen Tumor auf meiner Bauchspeicheldrüse. Ich wusste nicht einmal, was die Bauchspeicheldrüse war. Die Ärzte erklärten mir, dass diese Art von Krebs mit ziemlicher Sicherheit unheilbar sei, und ich sollte mich darauf einstellen, dass ich nur noch drei bis sechs Monate zu leben hätte.

Mein Arzt riet mir, nach Hause zu gehen und meine Sachen in Ordnung zu bringen. In der Sprache der Ärzte heißt das: Bereiten Sie sich aufs Sterben vor. Es bedeutet: Versuchen Sie Ihren Kindern in wenigen Monaten all das zu sagen, von dem Sie dachten, Sie hätten die nächsten zehn Jahre dafür Zeit. Es bedeutet: Sehen Sie zu, dass alles unter Dach und Fach ist, damit es für Ihre Familie so einfach wie möglich wird. Es bedeutet: Nehmen Sie Abschied.

Ich trug diese Diagnose den ganzen Tag mit mir herum. Später am Abend wurde eine Biopsie gemacht. Dabei wurde mir ein Endoskop in den Rachen durch den Magen in meine Eingeweide gesteckt, eine Nadel in meine Bauchspeicheldrüse gestoßen und einige Tumorzellen entnommen. Meine Frau erzählte mir später, dass der Arzt, als er die Zellen unterm Mikroskop betrachtete, zu weinen begann. Es stellte sich nämlich heraus, dass es sich um eine sehr seltene Art Krebs handelte, die operativ behandelt werden kann. Ich wurde operiert, und mir geht es heute gut.

Verschwende dein Leben nicht
So direkt hatte ich dem Tod noch nie ins Gesicht gesehen, und ich hoffe, das war's jetzt auch für die nächsten paar Jahrzehnte. Nun, da ich das durchgestanden habe, kann ich Ihnen das mit etwas mehr Gewissheit sagen als zu der Zeit, da der Tod noch ein nützliches, aber rein geistiges Konzept war.

Niemand will sterben. Sogar die Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen dafür nicht sterben. Und doch ist der Tod das Schicksal, das wir alle teilen. Niemand ist ihm jemals entronnen. Und so soll es auch sein: Denn der Tod ist wohl die mit Abstand beste Erfindung des Lebens. Er ist der Katalysator des Wandels. Er räumt das Alte weg, damit Platz für Neues geschaffen wird.

Jetzt sind Sie das Neue. Doch eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft werden Sie das Alte sein und aus dem Weg geräumt werden. Bitte entschuldigen Sie, dass ich so dramatisch werde, aber es ist so. Ihre Zeit ist begrenzt, verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von Dogmen gefangen nehmen - das würde bedeuten, mit dem zu leben, was andere Leute erdacht haben. Lassen Sie nicht zu, dass der Lärm, den die Meinungen anderer erzeugen, Ihre innere Stimme, die Stimme Ihres Herzens, Ihre Intuition überdröhnt.

In meiner Jugend gab es eine wunderbare Publikation mit dem Titel "The Whole Earth Catalogue", eine der Bibeln meiner Generation. Geschaffen wurde sie von einem gewissen Stuart Brand, unweit von hier in Menlo Park. Er erweckte sie mit seinem Gefühl für Poesie zum Leben. Es waren die späten 60er, PC gab es noch nicht. Das heißt, alles wurde mit Schreibmaschine, Schere und Polaroid-Kameras hergestellt. Es war eine broschierte Art Google 35 Jahre vor Google. Es war idealistisch, strömte über vor lauter großartigen Ideen.

Auf der letzten Ausgabe Mitte der 70er-Jahre, damals war ich in Ihrem Alter, war das Foto einer Landstraße im Morgengrauen - die Art Straße, auf der man, wenn einen die Abenteuerlust überkommt, vielleicht per Anhalter eine Mitfahrgelegenheit sucht. Unter dem Foto standen die Worte: "Bleibt hungrig, bleibt verrückt." Das war ihre Botschaft zum Abschied.

Ich habe mir das auch immer für mich selbst gewünscht. Und nun, da dieser Abschluss für Sie ein Neubeginn ist, wünsche ich Ihnen: Bleiben Sie hungrig, bleiben Sie verrückt.

Ich danke Ihnen.

Danke Steve für deinen Mut und deine Ideen...


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...so auch diesen. Warum auch nicht, bei solch traumhaft schönem Wetter...genau, also dann, Schuhe an, Rucksack an und RAUS IN DIE NATUR!!

Genau das haben wir gemacht. Diesmal wollten wir der Obstroute folgen, die ebenfalls direkt an unserer Haustüre vorbei führt. Mehr ging leider nicht, da ich mal wieder Bereitschaft hatte und in relativ kurzer Zeit wieder hätte zuhause sein müssen. Um es gleich zu sagen - ich hatte Glück und es blieb ruhig, sodass wir schön gemütliche 32 Km in etwa 4 Stunden mit vielen Foto- und Landschaftsgenusspausen in vollen Zügen Schritt für Schritt genießen durften.
Zuvor genossen wir allerdings den neuen Weltrekord im Marathon beim BMW-Berlin-Marathon, bei dem Patrick Makau wahrscheinlich den Lauf seines Lebens hatte. Grandios wie dieser Mann laufen kann! 2:03:38, unfassbar!

2011-09-25-12.54.06

2011-09-25-13.24.47

2011-09-25-13.49.54

2011-09-25-14.01.24

2011-09-25-14.33.24

2011-09-25-14.57.17

2011-09-25-15.03.09

2011-09-25-16.07.39

2011-09-25-17.19.42

2011-09-25-17.27.44

2011-09-25-17.38.19

2011-09-25-19.32.14

Die Zeit verging wieder einmal viel zu schnell, leider! Und wieder einmal wurde uns klar vor Augen, wie wunderschön wir doch wohnen, wie herrlich die Natur doch ist, wie glücklich wir uns schätzen dürfen gesund und fit zu sein und wie stolz wir doch sind, Läufer zu sein und dies alles hier genießen zu können! Nirgends ist die Natur so schön wie in der Natur selbst, kein Fernseher, kein PC, keine Zeitung kann die Schönheit und Einzigartigkeit so darstellen wie die Natur selbst es kann, auf keinem Rad, keinem Auto empfindest du die Umgebung so intensiv wie auf deinen eigenen Füßen, wenn du eben mit ihnen mitten in ihr stehst, wenn du ein Teil der Umgebung wirst!
Mir fällt da immer wieder dieser wunderbar passende Spruch dazu ein:

Nur wo du mit deinen eigenen Füßen warst, da warst du wirklich - wie wahr!

Hier sind die alle Bilder
Hier ist die Strecke


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Genau das haben wir uns auch gedacht und einmal geschaut, wo man denn bei uns in der Nähe einen schönen Trainingsultra laufen könnte - und siehe da - es dauerte nicht lange und wir wurden fündig! Direkt bei uns, quasi vor der Haustüre, sah ich am Radweg ein Schild mit folgender Beschriftung: "Selztal Radweg", was ist das denn?

Selztal  Radweg
Logo_Selztal-Radweg_01

Ich schaute kurz im Internet nach und siehe da, schon war ein neuer Ultra geboren, denn dieser Radweg führt von der Quelle der Selz durchgehend bis zur Mündung - 71 Km von Orbis nach Ingelheim-Nord, klasse!

Die Planung hierzu war schnell erledigt:
  • Route in GPSies rausgesucht (gab es glücklicherweise schon), inklusive Offlinekarten auf mein Handy kopiert und vorsichtshalber auch noch zum mitnehmen ausgedruckt
  • 2 Verpflegungspunkte nach ca. 20 - 25 Km sowie 50 - 55 Km zum Wasser nachtanken auf der Karte rausgesucht
  • Bahnverbindung herausgesucht und Tickets (Rheinlandpfalzticket, damit wir notfalls hätten wieder zurück fahren können) besorgt
  • Trinkrucksäcke gepackt (Plastikfolie gegen Regen und Kälte, Saltsticks, je 6 Riegel, 1 Packung Rosinen, Ticket, Geld, Karten, Handy, Ersatzakku, Taschentücher)
Also standen wir Sonntag morgens um 7:45 Uhr am Ingelheimer Bahnhof, zu dem wir natürlich mit den Bikes gefahren waren, klar, gelle?

SelztalradwegUltra (00)

Der Zug kam auch pünktlich, sodass wir inklusive Umsteigen in Gensingen-Horrweiler wie geplant um 8:44 Uhr in Alzey ankamen. Doch was war das? Der Anschlusszug nach Kirchheimboladen fuhr ausgerechnet an diesem 18.09.2011 nicht, sodass auf Schienenersatzverkehr verwiesen wurde - nur der fuhr nicht!
Und jetzt, die Strecke abkürzen und schon ab Alzey laufen? Nä, ging garnicht.
Also ein Taxi gesucht (die Kosten werden nach einem Telefonat mit der "Rhenus-Veniro" (Namen gibt´s) erstattet, danke!!), schnell gefunden und mit etwa 30 Minuten Verspätung dann allerdings direkt an der Selzquelle in Orbis angekommen. Klasse, da haben wir uns dann sogar die etwa 2,5 Km Fußweg von Kirchheimbolanden nach Orbis gespart - wie war das - nichts ist so schlecht als das es nicht doch wieder für irgendetwas gut ist ;-)!

Die Quelle der Selz in Orbis
SelztalradwegUltra (01)

Der Weg sollte uns vom Fuße des Donnersberges aus dem Höhenzug des Nordpfälzer Berglandes durch die Rheinhessische Schweiz nach Alzey führen. Von dort dann durch das rebenbepflanzte Hügelland über Gau-Odernheim nach Selzen. Mit einem Knick sollte es dann weiter über die fruchtbare Tallandschaft rund um Nieder-Olm nach Ingelheim gehen, wo die Selz dann im Stadtteil Frei-Weinheim in den Rhein mündet.
Also dann...schnell noch je eine halbe Banane verdrückt und schon konnte es bei angenehmen und trockenen 15 °C losgehen!
Zur Strecke selbst lasse ich einfach nur ein paar Bilder reden, mit folgenden Ergänzungen:
  • Nach 24 Km haben wir uns in Gau-Odernheim wie geplant ein Capucchino- und heiße Schokoladepäuschen gegönnt und die Rucksäcke nachgefüllt
  • In Friesenheim haben wir eine Abzweigung falsch verstanden und uns somit 4,5 Extrakilometer gegönnt
  • In Nieder-Olm wurden am Hauptfriedhof die Trinkrucksäcke befüllt
  • Ebenfalls in Nieder-Olm ließen wir das amerikanische Sterneresaurant links liegen und haben uns an der Tanke mit Cola und Magnumeis gestärkt
  • Mental fiel es uns nach 69 Km absolut leicht an unserem Haus vorbei zu laufen nur um bis zur Mündung weiter zu laufen
  • Wir hatten eine Menge Spaß und oft genug nur Blödsinn im Kopf
  • Wir durchliefen Moschheim (Km 2), Mauchenheim (Km 5), Alzey (Km 10, hier war gerade Winzerfest), Schafhausen (Km 17), Gau-Odernheim (Km 24), Bechtolsheim (Km 27), Friesenheim (Km 34 und 39, hier haben wir uns "kurz" verlaufen), Köngernheim (Km 40), Hahnheim (Km 43), Wahlheimerhof (Km 44), Sörgenloch (Km 49), Nieder-Olm (Km 52), Stadecken-Elsheim Km 60), Schwabenheim (Km 64), Großwinternheim (Km 66), Ingelheim (Km 69), Ingelheim-Nord (Frei-Weinheim Km 74)
  • Der schönste Streckenabschnitt war zwischen Orbis und Mauchenheim sowie zwischen Wahlheimerhof und Alzey und natürlich zwischen Stadecken-Elsheim und Ingelheim
  • Der schönste durchlaufene Ort war Bechtolsheim
  • Es gab sehr viel schönes am Wegesrand zu entdecken
  • Der Radweg ist insgesamt sehr gut beschildert, lediglich in Alzey, von der Innenstadt her kommend links auf die Nibelungenstraße durch das Industriegebiet war es etwas schlecht
  • Wir wurden an der Mündung mit einem traumhaft schönen Sonnenuntergang über dem Rhein belohnt
  • Insgesamt ist der Radweg (ohne unseren Verlaufer) 71 Km lang. WIr waren 75,35 Km und 10 Stunden unterwegs
  • Nimmt man die langen Pausen einmal raus (ohne die Foto- und Spaßpausen), so waren wir etwas weniger als 9 Stunden für 75,37 Km unterwegs, was einer Durchschnittspace von 7:05 entspricht, und zwar schön gleichmäßig bis zum Schluss gelaufen
Die Selz etwa 400 Meter nach der Quelle
SelztalradwegUltra (02)

Nur Flausen im Kopf
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Pause nach 2 Km, man war ich da alle!!!
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Winzerfest in Alzey morgens um 11 Uhr
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Kaffee- und Schokopause in Gau-Odernheim
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Danke das ich Läufer bin und diese fantastische Landschaft genießen darf!
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Hier haben wir den "korrekten" Abzweig verpasst
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Wunderschön geschnitzte Holzpfähle
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Ei wo isse denn????
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Ein grandioser Ausblick Richtung Nieder-Olm bis in den Taunus
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Einmal nachtanken auf dem Nieder-Olmer Friedhof
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In diesem Sternerestaurant waren wir nicht
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Aber in der Tanke nebenan gab´s die zweite Pause mit Cola und Eis
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Elftausend Mägde Mühle Stadecken-Elsheim
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Wunderschöne Lichtspiele in traumhafter Landschaft
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Tolles Licht- und Farbenspiel - der Herbst lässt grüßen!
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Der Regenbogen weist uns den Weg - einfach nur herrlich!
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Der Rhein ist erreicht und die Mündung nicht mehr weit
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Geschafft, die Selzmündung ist nach 75,35 Km erreicht
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Das Finisherfoto
SelztalradwegUltra (21)

Die Selzmündung vom Rhein her gesehen
Ob schon mal jemand vor uns diese Strecke nonstop abgelaufen ist?
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Zurück am Bahnhof - ab auf die Räder und nix wie heim
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Um etwa 20:50 Uhr waren wie wieder zuhause.
Man hatten wir Kohldampf!!
SelztalradwegUltra (24)

Ein wunderschöner Tag ging so zu Ende und was sollen wir sagen, wir haben für wenig Geld ( 24 € für das Ticket, wäre auch für 18 € möglich gewesen, dann aber ohne Rückfahroption plus 8 € für Kaffee, Cola und Eis) einen ganz tollen Lauftag gehabt. Man muss nicht immer einen "offiziellen" Ultra mit ellenlangen Anfahrtswegen laufen um Spaß zu haben. Das ganze gab es auch noch mit fast null Planungsaufwand und für kleines Geld quasi direkt vor der Haustüre, klasse! Und vor allem, wir durften wieder ein Stück unserer unmittelbaren, wirklich wunderschönen, bis dahin völlig unbekannten Heimat erkunden, kann es etwas schöneres geben?
Also, wozu in die Ferne schweifen wenn....


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