Läufers Weisheiten

Wer läuft kommt schnell vom hundersten ins tausendste - Lauferlebnis!

Dieses Wochenende fällt mir sehr schwer in Worte zu fassen, so sehr kreisen meine Gedanken noch um all das Erlebte, die fantastischen Leistungen, die dort erbracht wurden und um all die lieben Menschen, mit denen ich die Zeit dort so wunderbar verbringen durfte!

Seilersee20110

Aber als aller erstes möchte ich meinem Schatz Melanie zu ihrer bravourösen Leistung bei ihrem 12 Stundenlauf gratulieren, 101.910 Km, und das trotz dieser aufgrund der An- bzw. noch viel schlimmeren Abstiege sehr giftigen Strecke. Man darf das nicht unterschätzen, 54 Runden mal 22 Hm sind stattliche 1188 Hm, die kosten, wie jeder weiß, etwa 1 Stunde!
Und jetzt kommt´s, das hat für den unglaublichen 9. Platz (28) der Gesamtwertung, den 4. Platz der Frauenwertung (9) und den 2. Platz in der Altersklasse W 40 gereicht. Schatz, was du hier abgezogen hast gebührt den allerhöchsten Respekt und ich kann dir in Worten nicht ausdrücken, wie stolz ich auf dich bin. Nicht nur wegen des Ergebnisses selbst, nein, vor allem auch wegen der Art und Weise, wie du das erreicht hast, sehr konstant, sehr gleichmäßig, ganz großes Kino!

Noch 55 Minuten, das reicht für weitere zwei Runden bzw. 3,8 Km
Seilersee2011

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich nun mit all meinen Eindrücken, Gedanken und Erlebnissen hin soll, wie ich sie in Worte fassen soll, so wunderbar waren doch die Stunden dort am See.
Sagen wir mal so, ich selbst, mental schwer angekratzt ob meiner noch immer nicht geheilten Achillessehne, hatte schon bei der Anfahrt zum dortigen Seilersee schwer mit den Tränen zu kämpfen, besonders bei der Ummeldung von 24  Stunden auf einen so genannten Freerunner, war es doch nun schon mein 2. Event (das erste war Rodgau), auf welches ich mich so sehr gefreut habe, und welches mir erneut verwehrt wurde. Doch all die wunderbaren Menschen, Emotionen, die Freude und damit auch die Zufriedenheit, die ich dort erleben durfte, ließen diese traurigen Gefühle und Gedanken schon sehr bald im Nichts verschwinden. Auch meine 25 Km in den Huaraches, die ich übrigens besser laufen konnte als erwartet, trugen ihr übriges dazu bei. Warum? Hier nur ganz kurz ein paar Dinge, die ich wohl nie wieder vergessen werde:

- Bernd Nuss, der mir sofort meinen Startplatz für 2012 umgebucht hat, ist nicht selbstverständlich, herzlichen Dank dafür!

- Einige wunderbare Km gemeinsam mit Max Manroth, den ich, da er die gleichen A-Sehnenprobleme hat wie ich, bereits aus Facebook kannte und der seinen bei mir in der virtuellen Welt gemachten sehr positiven Eindruck mehr als bestätigte. Wunderbare 10 Runden haben wir gemeinsam in unseren Huaraches gedreht und waren der Hingucker schlechthin und sicherlich eines der am meisten fotografierten Motive!!

- Scheffe "Carsten" vom Fotorista Racing Team, der uns wieder einmal mit einem ganz wunderschönen Geschenk überrascht hatte, vielen lieben Dank dafür!

- Jens Vieler (Julia natürlich auch!!), der Erfinder und Macher der legendären TorTourDeRuhr, einem Läufer, der so viel Energie und Power hat, das er locker Deutschlands Energieprobleme im Alleingang lösen könnte. Jens vergess bitte meinen Startplatz für die 230 Km 2012 nicht ;-)

- Jörg Yogi Schranz, mit dem ich wunderbare Gespräche führen durfte

- Dagmar Liszewitz, die nach ihrer schweren Op endlich mal wieder über die Marathondistinz hinaus kam. Dagmar, das freut mich für dich und hey, es geht langsam aber sicher wieder aufwärts!!

- Margitta Schneider, die ich nach fast einem Jahr endlich wieder gemeinsam mit Falk treffen durfte und die, trotz 18-stündigen übelsten Problemen mit dem Verdauunungstrakt, unfassbare 130 Km und damit den Sieg in iherer Altersklasse geschafft hat. Margitta, du hast mir so leid getan, besonders deshalb, da du diese Probleme immer und immer wieder hast und nichts dagegen machen kannst

- Holger Brill, der scheinbar völlig unbeschwert und als sei es nichts 2. im 12 Stundenlauf wurde und die LG DUV mehr als würdig mit über 122 erreichten Kilometern und dem Sieg in seiner Altersklasse vertreten hat. Holger, so locker flockig würde ich auch gerne mal laufen, einfach super!

- Mein Bruder Marco Bohdi Losch the Soulrunner, der bei nur knapp 500 Laufkilometer in diesem Jahr und permanenten Gesundheitsproblemen inklusive Schweinegrippe sich Meter um Meter auf über 100 gigantische Km gequält und sich dabei tierisch den Wolf gelaufen hat, Wahnsinn Bruder, ganz großes Kino!! Und die 100 Km-Fahne hast du dir aber auch so etwas von verdient, das glaubst du gar nicht. Man war das schön dich mal wieder zu treffen, ganz ehrlich!!! Und ich hoffe sehr, das ich dir wenigstens ein wenig bei- und hilfreich zur Seite stehen konnte. Nur Tammy, irgendwie war das vieeeel zu kurz....:-((((. Ach, Bruder, und vielen vielen Dank für deinen Schlafsack, Meli hätte die Nacht ohne ihn sicher nicht überstanden, du bist einfach ne Wucht, weißt du das? Und das ich Pipi in den Augen hatte als du die 100 voll gemacht hast sag ich dir auch nicht!!! Bruder, wenn man solche Freunde wie dich hat, hat man ALLES! Danke!

- Steffen Helbig, der bei seinem ersten 100er ganz fantastische 80 Km in den ersten 10 Stunden zusammengelaufen hat und dann durch ganz üble Zahnschmerzen ausgebremst wurde, Steffen, du hast mir so unendlich leid getan, wenn man so gestoppt wird ist das doppelt bitter, und das du trotzdem den dazu gekommenen heftigen Bauchschmerzen noch die 100 Km voll gemacht hat, Steffen, ich ziehe meinen Hut vor diesem Kampfleistung!

- Birger Jüchter, der trotz Leistenbruchs und entsprechend heftigen Schmerzen 62 Km erreicht und dann vernünftigerweise aufgegeben hat, Birger, es gehört viel dazu aus Vernunft aufzugeben, weit mehr, als sich aus Übermut und falschem Stolz kaputt zu machen!

- Thorsten Riemer, der sich diesen Lauf in zwei Etappen aufgeteilt hatte und trotz Schlafpause zu zwei Trainingsläufchen mit insgesamt 113 Km gekommen ist, Thorsten, du bist auch so ein Unikat, schön dich zu kennen und so viele wirklich schöne Gespräche geführt zu haben!

- Susanne Alexi, deren Müdigkeit mich irgendwie an den Rheinnburgenweglauf im März diesen Jahres erinnerte und um deren Wohlbefinden ich mich des Nachts schon etwas gesorgt hatte, sodass ich, bitte nicht Böse sein mein "Hüpfer", 2-3 mal nach ihr geschaut hatte (trotz Damentoilette, war ja nie jemand drin ;-), aber dein Zustand in der Nacht war schon, na sagen wir so, mal etwas Besorgnis erregend!

- Sigi Bullig, mit dem ich wunderbare Gespräche führen durfte und den ich um seine offenen und unglaublich ehrliche und sehr direkte Art beneide und sehr schätze. Sigi, du bist wirklich ein Unikat und durch nichts zu ersetzen!! Du hast immer sehr gute Tipps zur Hand und gibst sie auch immer sehr gerne weiter, danke dir dafür!

- Conny Bullig, der ich zwischen 2 und 5 Uhr die jeweilig erreichten Kilometer und Abstände zu ihren Konkurrentinnen durchgeben und der ich mit ein paar, so hoffe ich, aufmunternden Worten durch ihre kritische Phase mit ihren Magenproblemen helfen durfte und die unfassbare 207 Km und damit die B-Norm für die WM geschafft, den Sieg der Frauen erreicht und einen neuen Streckenrekord aufgestellt hat! Conny, die Art und Weise WIE du das Ding gemacht hast, diese unglaubliche Konstanz und Entschlossenheit, das macht dir so schnell keiner nach, nochmals herzlichen Glückwunsch zu diesem Fabelergebnis!!

- Simone Durry, die ein unglaublich souveränes und gleichmäßiges Rennen gelaufen ist und der ich mit Kilometer- und Abstandsmeldungen ebenfalls etwas helfen konnte. Simone, 118 Km in 12 Stunden, puh, das ist ne Marke, und das bei deinem ersten 12er überhaupt eigentlich nicht zu fassen, einfach nur super! Überflüssig zu erwähnen das du diesen Lauf gewonnen hast!!!

- Juana Wasella, die zweite der Frauen, die lange Zeit nicht weit von Conny entfernt war und etwa 2 Stunden vor Schluss so sehr mit ihrem Kreislauf und ihren Kräften kämpfen musste, dass ich sie gemeinsam mit Bodhi rechts des Weges schwer schnaufend sitzen sah. Dank Salztabletten, Wasser und etwas Cola hat sie sich wieder aufrappeln können und mit 167 Km sogar noch eine neue PB aufgestellt, Wahnsinn. Die letzten beiden Runden konnte sie sogar wieder laufen, klasse, das hat mich riesig für sie gefreut!

- Achim Knacksterdt, der hier sein 24 Stundendebut abgeliefert hat, und was für eins! Nachdem er Nachts ebenfalls schwer kämpfen und auch eine etwas längere Pause einlegen musste rappelte er sich wieder auf, auch ihn versorgte ich mit Salztabletten und feuerte ihn ständig, wie all die anderen denke ich auch, an, sodass er mit grandiosen 185 Km diesen Lauf beendete. Achim, wie du gekämpft hast war ganz großes Läuferherz und deine super Leistung freut mich sehr für dich!! Ich würde sagen du bist auf dem besten Weg zur TTdR 2012, oder?

- Norbert Ebbert, der Mann, der mich in Bad Berleburg bei - 9 °C zu 172 Km getrieben hatte und mich ständig motivieren konnte. Norbert, dass ich dir diesmal wenigstens ein klein wenig wieder zurückgeben konnte freut mich besonders, und du glaubst gar nicht, wie stolz ich auf deine sensationelle Leistung bin: 202,147 Km, mir fehlen auch jetzt noch die Worte! Norbert, 200 wolltest du schaffen, hast zwischendurch nicht mehr dran geglaubt, hattest Zweifel (völlig unnötige übrigens) und diesen Lauf dann doch so bravourös gemeistert und somit sogar den 3. Platz bei den Männern und den Sieg in deiner Altersklasse erreicht, nachdem du letztes Jahr so unglücklich knapp an der magischen Marke gescheitert bist. Junge, wie du gekämpft hast, wie du diese Marke unbedingt wolltest, wie du alle Kräft nochmal mobilisieren konntest und buchstäblich in den letzten beiden Runden das Ding klar und sogar noch an Michael Hilzinger vorbeigezogen bist, Norbert, ganz ehrlich, ich hatte Tränen in den Augen! Danke für deine ganz ganz tolle Leistung! Das Bild, wie du sogar noch eine komplette Runde, sozusagen die Ehrenrunde, mit der 200 Km-Fahne absolviert hast, werde ich nie vergessen!

Ich könnte noch ewig so weiter schreiben, gäbe es doch noch so vieles zu berichten. Aber ich möchte es dabei bewenden lassen und mich auch hier nochmals bei allen für diese tollen Erlebnisse und die wunderbare gemeinsame Zeit mit euch danken. Klar wäre ich viel lieber selbst gelaufen, keine Frage, aber ihr habt mir diesen "Verlust" mehr als kompensiert, danke dafür!
Und ganz besonders freuen mich die hier gezeigten Leistungen, und zwar alle, auch die derer, bei denen es nicht so gut lief. Und das Beste, alle, wirklich alle hatten sie immer ein Lächeln im Gesicht, bemerkenswert! Ihr seid für mich alles Helden, jeder für sich, jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte.

Schön, das wir Ultras eine so wunderbare Familie sind, und das sind wir wirklich!

P.S. Mir tun schön die Flossen weh, hab das mal nachgerechnet, inklusive der selbst gelaufenen 20 Km bin ich, mit all den Runden und schier unendlichen Halbrunden, dem Mitlaufen und Anfeuern, dem Versorgen usw. locker auf über 50 Km gekommen. Auch nicht schlecht......und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr, aber dann als Läufer!

Bilder gibt es hier
Melanies Urkunde gibt es hier

Der Laufbericht folgt die Tage
 
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