Läufers Weisheiten

Um nachzudenken fing ich an zu laufen.
Um mich kennen zu lernen lief ich Marathon.
Um zu wissen wer ich bin, laufe ich Ultras.
Unser gemeinsames Jahreshighlight - Melanie über die 100 Kilometer mit 2150 Hm und ich über die 100 Meilen mit etwa 3200 Hm, und was war das wieder für ein grandioses Wochenende!

Klar hatten wir unsere Bedenken, Melanie graute es wie so oft vor den vielen Höhenmetern und ich war mir total unsicher was meine Form anging - besser gesagt - ich hatte Bedenken das Ziel überhaupt zu erreichen, ganz erhelbliche sogar! Aber, es kam alles anders, und auch dieses Event reiht sich nun ein in in die Riege der schönsten, die wir jemals bestreiten durften.
Aber erst einmal von vorne!

Glücklicherweise hatten wir beide Urlaub, sodass wir bereits Vormittags anreisen konnten und ganz entspannt gegen 13 Uhr dort eintrafen. Bemerkenswert - wir hatten eine nahezu staufreie Anfahrt, lange nicht mehr erlebt!
Dort angekommen fühlten wir uns gleich wie zu Hause, alles sehr vertraut, sehr familiär, sehr gemütlich! Und, viele viele bekannte Gesichter, oh man, unglaublich! Wir schlugen gleich unser Zelt auf und bereiteten schon einmal alles für unsere Starts vor. Diese sollten ja zu völlig unterschiedlichen Zeiten sein, denn die 100 Meiler wurden bereits Freitags zwischen 16 und 22 Uhr auf die Strecke geschickt, wohingegen die 100 Kilometerläufer ihren gemeinsamen Start Samstag morgen um 4 Uhr hatten.
Als wir fertig waren holten wir unsere Startunterlagen ab, und wie soll ich sagen, es war wie immer, ein einziges "Hallo"! Ich denke das wir von den insgesamt 285 Startern dieser beiden Läufe etwa 1/3 bereits kannten und etwa 10 - 15 neue, uns aber aus Facebook bereits bekannte Läufer, nun endlich auch reel kennenlernen durften. Es ist eben, ich glaube ich wiederhole mich da ständig, eine wunderbare Ultrafamilie, Punkt! Ein paar Läufer möchte ich aber trotzdem, zumindest mit Nachnamen, kurz erwähnen (verzeiht mir, wenn ich jemanden vergessen sollte):
Eller, Ernst, Koch, Kohlbrok, Kaltwasser, Ebbert, Kruse, Rothe, Bracht, Lahann, Maul, Müller, Eichner, Bullig, Bruhn, Schroeder, Keelan, Braun.....soll ich weiter machen???
Bei der Startnummernausgabe musste ich übrigens außer meiner Handynummer auch angeben, zu welcher Zeit ich starten wollte. Ich entschied mich erst einmal für 19 Uhr. Der Punkt war nämlich der, es galt möglichst genau um 4 Uhr morgens am VP in Sondra bei Km 71 zu sein, denn erst dann durfte man diesen passieren. Sollte man also früher dort sein, würde dies eine Wartezeit bedeuten, und das wollte ich unbedingt vermeiden.
Als wir das dann hinter uns gebracht hatten ging die Grübelei im Kopf los - 19 oder besser 20 Uhr, brauche ich 8 oder doch eher 9 Stunden für die ersten 71 Km, hm, ich wusste es nicht. Und damit war ich auch nicht der einzige, etwa 30 andere dachten exakt über das gleiche Dilemma nach. Letztendlich entschied ich mich für 20 Uhr und teilte dies dann auch der Anmeldung mit. Anschließend gab ich noch unsere gemeinsame Drop-Back-Tasche ab. Darin waren ein Satz frische Kleidung für mich (inklusive Schuhe), mein Trinkgurt sowie jede Menge Verpflegung in Form von Riegeln und Gels. Diese ließ ich zum VP nach Floh-Seligenthal bringen, dem gemeinsamen VP aller Teilnehmer, welcher für mich nach 112 Km und für Melanie nach 51 Km erreicht werden sollte.
Die restliche Zeit verging dann auch wie im Fluge, schnell noch eine Portion Nudeln mit Hackfleisch, eine Banane und einen Apfel verdrückt, auch für Melanie alles vorbereitet, umgezogen, mit Vasiline eingeschmiert und schon war es auch schon soweit - das Briefing 20 Minuten vor meinem Start stand an.
Aber halt, wo ist Melanies Pulsuhr??? Nur meine war zu finden, ohje, die hatten wir doch glatt vergessen! Melanie brach fast in Tränen aus, 100 Km ohne Uhr, ohne Puls- und Tempoangabe, für sie undenkbar. Ok dachte ich, hast ja deinen iPod Touch dabei, das sollte für mich reichen. Und mal ganz ehrlich, bei 161 Km kommt es auf die eine oder andere Minute nicht wirklich an, besonders bei zu erwartenden 25 - 26 Stunden! Und eine einigermaßen genaue Kilometernagabe sollte die App Nike + ja schließlich leisten können!
Also schnell meinen Schrittsensor an Melis Schuhe gemacht und sie davon überzeugt, das das schon so in Ordnung ist! Sie hatte zwar ein furchtbar schlechtes Gewissen meine Uhr zu nehmen, nahm dann aber glücklicherweise doch dankend an, war ich froh!
So, beim Briefing wurde dann die Strecke und deren Markierungen erklärt, auf Gefahren aufmerksam gemacht und nochmals auf die Pflichtausrüstung hingewiesen (Rettungsdecke, Handy, Stirnlampe). Anschließend ging es zum Start und ehe ich mich versah ging es auch schon los...161 Km, 3200 Hm, ich war gespannt!
Melanie konnte übrigens leider nicht richtig schlafen, die ständogen Umgebungsgeräusche sowie die lange Helligkeit (es wurde erst gegen23:15 Uhr richtig dunkel) ließen sie wohl keinen Schlaf finden, von den immer mal wieder leichten Regengüssen ganz abgesehen....

Zu unseren Läufen selbst schreibe ich nichts, gibt es doch wieder Laufberichte!

Nachdem wir beide diesen Lauf sehr erfolgreich absolviert hatten und es nach wie vor regnete, holte ich schnell unsere wohl verdienten Finishershirts sowie die Urkunden ab. Was wurden wir von ich weiß nicht wem beglückwünscht und was viel man sich in die Arme, unglaublich! Auch wir gratulierten reichlich und kamen teilweise aus dem Quatschen gar nicht mehr raus! Aber dennnoch, da wir frohren freuten wir uns erst einmal auf eine heiße Dusche, die Meli auch genießen konnte, nur bei den Männern war das Wasser leider mal wieder kalt. Aber gut, das kannte ich ja schon aus Rengsdorf, es gibt schlimmeres!
Dann lösten wir unsere "Verpflegungsbons" ein und stärkten uns mit einer leckeren Hühnersuppe und einem Bierchen. Wenn ich überlege was wir dort abfeiern wollten, Pfeifendeckel, nach eben diesem einen Bier war Schluß, waren wir doch viel zu müde. Wobei ich sagen muss, keine einzige Blase gehabt zu haben, noch nicht einmal Muskelkater hatte ich, Melanie übrigens auch nicht, echt der Hammer!
Nach vielen vielen unglaublich netten und wunderbaren Gesprächen mit Gleichgesinnten sowie der einen oder anderen echten Thüringer Bratwurst vielen wir dann totmüde gegen 22 Uhr in unser Zelt. Da es allerdings die komplette Nacht regnete, war an einen vernünftigen Schlaf nicht zu denken, aber gut, besser wenigstens etwas geruht und 2-3 Stunden Schlaf gehabt, als völlig übermüdet und kaputt noch am gleichen Tag nach Hause zu fahren und einen unfall zu riskieren!

Am nächsten Morgen gingen wir dann erst einmal frühstücken, und auch hier gab es wieder wunderbare Gespräche. Übrigens, was dort aufgetischt wurde, klasse! Läuferherz, was willst du mehr, und das alles für wirklich kleines Geld!
Überhaupt frage ich mich, wie man eine solche Veranstaltung für 38 € bzw. 60 € hinbekommt! Denn, es gab einen Bon für die Nudelparty vor dem Start, einen für eine Suppe und ein Bier nach dem Finish sowie ein Finishershirt und eine Medaille! Und, wir Hundertmeiler bekamen noch etwas ganz besonderes, nämlich einen handgefertigten "Meilenstein" aus Ton, über den ich mich wahnsinnig gefreut habe, war es doch passend dazu tatsächlich mein erster 100 Meilenlauf! Nicht zu vergessen die top Streckenverpflegung und die vielen Zwischenzeitabnahmen, die ja auch ihr Geld kosten!
Wenn ich das jetzt mit anderen Marathonv..., nein, ich vergleiche das nicht mit andern Läufen, ich freue mich tierisch, genieße und schweige!

Gegen 9 Uhr packten wir dann unsere 7 Sachen (ok, waren dann doch ein paar mehr) zusammen und machten uns gegen 11 Uhr gemütlich auf den Heimweg.

Ein Wochenende, welches wir wieder einmal nicht vergessen werden! Und was sich die veranstalter Streckenmäßig für die ersten 71 Km der 100 Meiler haben einfallen lassen war der absolute Hammer, Genuss und Anspruch pur! Danke Thüringen, danke Fröttstädt und danke Gunter Rothe mit seinem Orgateam! Ohne Helfer geht gar nichts, und diese waren alle super nett und überhaupt, ich glaube das Verhältnis Läufer-Helfer dürfte 1:1 gewesen sein. Danke euch allen!

Hier unsere Ergebnisse:

Melanie 100 Km und 2150 Höhenmeter:
14:35:23, Total 145., Gesamtplatz 28 Frauen (176 Gesamt, 36 Frauen, 140 Männer), 11. (12) Platz in der W40

Steffen 100 Meilen (161,73 Km) und 3200 Höhenmeter:
22:43:42, Total 29., Gesamtplatz 28 Männer (109 Gesamt, 83 Männer, 5 Frauen), 5.(11) in der M40

 
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